Barcodes
Welcher Barcode gehört auf Lager-, Inventar- und Anlagenetiketten?
Welche Symbologie auf Lagerplatz, Karton, Inventaraufkleber und Kleinteil gehört — mit X-Maß, Druckverfahren, Ruhezonen und einer Entscheidungstabelle.
Viertausend Lagerplätze, achthundert Notebooks und eine Bestandsliste, die seit zwei Inventuren nicht mehr stimmt. Bevor der erste Etikettenbogen läuft, muss die Symbologie feststehen — sie ist der einfache Teil der Aufgabe, aber ein Fehlgriff bedeutet, dass jedes Etikett noch einmal gedruckt und neu geklebt wird.
Code 128 ist die Voreinstellung
Fangen Sie hier an und weichen Sie nur ab, wenn Sie einen Grund dazu haben.
Code 128 kodiert alle 128 ASCII-Zeichen, also sind
LAGER-07-C12, AV/2026/0413 und eine Seriennummer mit Schrägstrich ohne
Verrenkungen gültig. Und niemand vergibt diese Nummern: anders als bei den
Handelsartikelnummern legen Sie selbst fest, was im Symbol steht und was Ihr
Warenwirtschaftssystem daraus macht.
Seine Dichte kommt von den drei Subsets. Subset C packt zwei Ziffern in ein Symbolzeichen, und ein guter Encoder wechselt mitten im Symbol dorthin — eine lange Ziffernfolge wird damit etwa halb so breit wie in jedem anderen linearen Format. Die Modulo-103-Prüfziffer rechnet der Encoder aus und druckt sie nicht in die Klarschriftzeile.
Die Variante, die Ihnen in der Logistik begegnet, heißt GS1-128: dieselben Striche mit vorangestelltem FNC1-Zeichen und Datenbezeichnern, die den Inhalt strukturieren. Wenn ein Spediteur eine NVE-Spezifikation schickt — die achtzehnstellige Nummer der Versandeinheit unter dem Datenbezeichner (00) —, dann meint er genau das.
Wann Code 39 trotzdem gewinnt
Code 39 kennt nur Ziffern, Großbuchstaben, das Leerzeichen und sechs Sonderzeichen und baut bei gleichem Inhalt 30 bis 40 Prozent breiter. Sachlich gewinnt Code 128 jedes Mal.
Nur wird die Sachlage oft überstimmt. Code 39 steckt in der LOGMARS-Vorschrift des US-Verteidigungsministeriums, in den AIAG- und Odette-Warenanhängern der Automobilzulieferkette und in unzähligen Zutritts-, Bibliotheks- und Laborsystemen, die vor Jahrzehnten installiert und nie angefasst wurden. Er ist außerdem selbstprüfend: die feste Struktur aus neun Elementen pro Zeichen sorgt dafür, dass ein einzelner Druckfehler ein ungültiges Zeichen erzeugt und nicht ein falsches, das plausibel aussieht.
Die Regel: Wenn eine schriftliche Spezifikation Code 39 nennt oder die Handscanner auf der Fläche älter als das Jahrtausend sind, drucken Sie Code 39. Sonst nicht.
Kartons und Paletten
Interleaved 2 aus 5 kodiert Ziffern paarweise, eine in den Strichen und eine in den Lücken dazwischen. Das macht ihn zum kompaktesten rein numerischen Strichcode im verbreiteten Einsatz und erklärt, warum die Ziffernzahl immer gerade sein muss. Die Dichte hat einen Preis: weil jedes Element Daten trägt, markiert nichts die Mitte des Symbols. Ein Scan, der Anfang oder Ende abschneidet, liefert deshalb eine kürzere Nummer, die völlig legitim aussieht — die klassische Teillesung.
Dagegen helfen zwei Dinge. Entweder Sie legen die Länge im gesamten Lager fest und konfigurieren die Lesegeräte so, dass sie alles andere verwerfen. Oder Sie nehmen ITF-14: dieselbe Symbologie, festgezurrt auf vierzehn Ziffern, mit verpflichtender Prüfziffer und Schutzrahmen — dem kräftigen Balken oben und unten, der verhindert, dass ein schräg abrutschender Strahl ein Bruchstück dekodiert. Alles, was das Werksgelände verlässt, sollte ITF-14 oder GS1-128 sein und niemals rohes ITF.
Auf der Verkaufseinheit selbst bleibt der EAN-13 die Kasse — dazu steht mehr im Beitrag zum QR-Code auf der Produktverpackung.
Data Matrix für Kleinteile
Data Matrix ist die Antwort, sobald das Etikett in einstelligen Millimetern gemessen wird, und die Begründung ist reine Arithmetik.
Das kleinste Data-Matrix-Symbol hat 10 × 10 Module und braucht ein Modul Ruhezone auf jeder Seite, insgesamt also 12 Modulbreiten. Der kleinste QR-Code misst 21 × 21 Module bei vier Modulen Ruhezone, insgesamt 29. Auf einer Fläche von 5 mm Breite ist das der Unterschied zwischen 0,42 mm und 0,17 mm pro Modul. Das erste druckt ein 300-dpi-Etikettendrucker und liest ein gewöhnlicher Kamerascanner, das zweite keines von beidem.
Dazu kommt ECC 200 mit Reed-Solomon-Korrektur, die den Inhalt noch rekonstruiert, wenn rund ein Viertel der Fläche zerstört ist, sowie das durchgehende L-Suchmuster mit Taktspur, das schräge Aufnahmen erlaubt. Genau deshalb landet Data Matrix nadelgeprägt auf Gussteilen, gelasert auf Instrumenten, die wöchentlich autoklaviert werden, und auf der einen ebenen Fläche einer Medikamentenschachtel.
Zwei Bedingungen. Die Markierung muss quadratisch bleiben — wird eine Achse verzerrt, passt die Taktspur nicht mehr zum rekonstruierten Modulraster. Und sie braucht echten Hell-dunkel-Kontrast unter der Beleuchtung des Lesegeräts, auf Metall also ein richtiges Markierverfahren statt eines flachen Kratzers. Läuft Ihr Lager mit Laserscannern, fällt Data Matrix ohnehin aus: 2D-Codes lesen die gar nicht.
PDF417 für Papiere
PDF417 fasst bis zu 1.850 Textzeichen, 2.710 Ziffern oder 1.108 Byte — also einen ganzen Datensatz statt eines Verweises darauf. Das macht ihn richtig für Papiere, die ohne Datenbank im Rücken lesbar bleiben müssen: Wareneingangsscheine, Umlagerungsbelege, Zollpapiere, Werksausweise. Die Fehlerkorrektur ist von Stufe 0 bis 8 wählbar; Stufe 5 ist ein vernünftiger Ausgangspunkt für Papier, das gefaltet und getackert wird. Das Symbol baut breit und flach — geben Sie ihm die volle Breite und stauchen Sie niemals die Zeilen.
Die Entscheidungstabelle
| Situation | Format | Warum |
|---|---|---|
| Lagerplatz- und Regaletikett | Code 128 | Alphanumerisch, dicht, ohne Registrierung |
| Inventaraufkleber auf Gerät oder Werkzeug | Code 128 | Dasselbe, plus lesbare Inventarnummer |
| Altes Lesegerät oder Vorgabe in der Spezifikation | Code 39 | Kompatibilität, selbstprüfend |
| Umkarton im Warenverkehr mit Dritten | ITF-14 | Schutzrahmen, feste Länge, verträgt Wellpappe |
| Karton im geschlossenen internen Kreislauf | Interleaved 2 aus 5 | Kompakt numerisch, wenn die Länge fest ist |
| Bauteil unter 10 mm | Data Matrix | Kommt mit 12 Modulbreiten aus |
| Direktmarkierung auf Metall | Data Matrix | ECC 200 übersteht Ätzen und Abrieb |
| Beleg mit vollständigem Datensatz | PDF417 | Kapazität ohne Datenbank |
| Verkaufseinheit an der Kasse | EAN-13 | Von GS1 vergeben, keine freie Wahl |
Prüfen Sie den Gerätepark, bevor Sie sich festlegen. Stehen im Lager Laserscanner, ist jede 2D-Zeile dieser Tabelle gesperrt, bis die Hardware gewechselt wird.
X-Maß und Druckverfahren
Das X-Maß ist die Breite des schmalsten Strichs, und es muss eine ganze Zahl von Druckpunkten ergeben. Ein 203-dpi-Thermodrucker setzt Punkte von 0,125 mm, die realistischen Werte sind also 0,25 mm oder 0,375 mm. Bei 300 dpi sind es 0,085 mm pro Punkt und entsprechend feinere Abstufungen. Wer auf einem 203-dpi-Gerät 0,3 mm anfordert, bekommt keine 0,3 mm breiten Striche, sondern eine Mischung aus zwei und drei Punkten und ein Breit-schmal-Verhältnis, das über das Symbol wandert.
Größer ist robuster. Gehen Sie so weit hoch, wie das Etikett es zulässt, und kürzen Sie im Zweifel die Daten statt der Striche. Dieselbe Logik gilt für QR-Codes, nur mit anderen Zahlen — die stehen in der Anleitung zur Druckgröße.
Drucken Sie lineare Symbole nach Möglichkeit im Leiterformat, also mit Strichen quer zur Vorschubrichtung des Etiketts. Ein ausgefallenes Heizelement zeichnet dann eine dünne weiße Linie längs der Striche, was Decoder verzeihen, statt quer dazu, was sie nicht verzeihen.
Klarschrift, Ruhezonen, Platzierung
Drucken Sie den kodierten Wert immer als Text unter das Symbol. Scanner fallen aus, Etiketten bekommen Kratzer, und irgendwann muss jemand die Nummer eintippen — die Alternative ist ein Foto und ein Anruf beim Schichtleiter. Der Text gehört außerhalb der Ruhezone, nicht dicht an das Symbol geschoben. Die Sternchen, die bei Code 39 manchmal am Rand stehen, sind Start- und Stoppzeichen und kein Bestandteil der Daten.
Ruhezonen sind keine Gestaltung; der Decoder findet über sie die Kante des Symbols.
| Format | Ruhezone |
|---|---|
| Code 128, Code 39, Interleaved 2 aus 5 | 10 × Breite des schmalsten Strichs, je Seite |
| Data Matrix | 1 Modul, alle Seiten |
| PDF417 | 2 Module, alle Seiten |
| QR-Code | 4 Module, alle Seiten |
Bleiben Sie bei der Platzierung langweilig: dieselbe Stelle auf jedem Etikett, damit die Kommissioniererin ohne Hinsehen weiß, wohin sie zielt. Nie über eine Kartonkante, eine Falz, eine Naht oder den Klebestreifen — ein Knick liest sich wie eine Lücke in den Strichen. Nie um eine Ecke gewickelt. Für die GS1-konforme Kartonkennzeichnung gibt es eine vorgeschriebene Mindesthöhe über der Kartonunterkante; nehmen Sie die aus der aktuellen Allgemeinen Spezifikation und schätzen Sie sie nicht.
Die Etiketten bauen Sie im Barcode-Generator und exportieren sie als SVG: Vektoren behalten ihre Kanten, wenn eine Etikettenvorlage sie noch einmal skaliert, ein Rasterbild nicht.
Häufige Fragen
Welcher Barcode eignet sich für Lager- und Inventaretiketten?
Wie klein darf ein Etikett mit Data Matrix noch sein?
Welches X-Maß braucht ein Etikett aus einem 203-dpi-Thermodrucker?
Thermodirekt oder Thermotransfer für Inventaretiketten?
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