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Druck

Wie groß muss ein gedruckter QR-Code sein?

Die Abstandsregel, die entscheidet, ob ein gedruckter QR-Code scannt, das Mindestmaß pro Modul und die Ruhezone, die im Layout ständig weggeschnitten wird.

von Kyllian 3 Min. Lesezeit

Ein QR-Code, der am Monitor sofort scannt, kann auf einem gedruckten Flyer völlig tot sein. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Der Code wurde für das Layout dimensioniert und nicht für die Entfernung, aus der er gelesen wird.

Die 10:1-Regel

Die Faustregel lautet: Ein QR-Code sollte etwa ein Zehntel der Leseentfernung groß sein. Sie ergibt sich aus der Modulgröße, die eine Handykamera noch auflösen kann, und sie trägt von der Visitenkarte bis zur Plakatwand.

LeseentfernungMindestgrößeTypischer Einsatz
20 cm2 cmVisitenkarte, Produktetikett
30 cm3 cmFlyer, Speisekarte, Verpackung
1 m10 cmPlakat, Tischaufsteller
3 m30 cmSchaufenster, Messestand
10 m1 mPlakatwand, Gebäudefassade

Das sind Untergrenzen, keine Zielwerte. Gescannt wird bei schlechtem Licht, schräg, durch eine verschmierte Linse, einhändig. 20 bis 30 Prozent Aufschlag kosten nichts und beseitigen die meisten Fehlversuche.

Die eigentliche Einheit ist das Modul, nicht der Code

Ein QR-Code ist ein Raster aus Modulen — den kleinen Quadraten. Eine Version 3 hat 29 Module pro Seite, eine Version 10 bereits 57. Bleibt die Druckgröße gleich und kommen Daten hinzu, wird jedes Modul kleiner, bis die Kamera zwei Nachbarmodule nicht mehr trennen kann.

Das praktische Minimum liegt im Offset- und Digitaldruck bei etwa 0,4 mm pro Modul, bei Thermoetiketten und rauen Oberflächen eher bei 0,6 mm. Mal Modulanzahl ergibt das die ehrliche Mindestgröße:

  • 29 Module × 0,4 mm ≈ 1,2 cm
  • 57 Module × 0,4 mm ≈ 2,3 cm
  • 77 Module × 0,4 mm ≈ 3,1 cm

Deshalb ist das Kürzen der kodierten URL eine Druckentscheidung und nicht bloß Kosmetik. https://example.com/s/4f2 ergibt einen deutlich kleineren Code als derselbe Link mit vier UTM-Parametern — und scannt bei gleicher Druckgröße aus doppelter Entfernung.

Die Ruhezone gehört zum Code

Die Norm verlangt vier Module Rand auf allen vier Seiten. Das ist keine Dekoration: Der Decoder findet darüber die Kanten des Symbols. Ein Code, der bündig an einer Farbfläche, einem Foto oder der Beschnittkante klebt, verliert diese Grenze — und viele Lesegeräte rasten dann gar nicht erst ein.

Wenn das Layout eng ist: Code verkleinern, Ruhezone behalten. Ein kleinerer Code mit korrektem Rand schlägt einen größeren ohne.

Die Fehlerkorrektur verändert die Rechnung

Von L auf H erhöhen bedeutet mehr Redundanz, also mehr Module, also kleinere Module bei gleicher Druckgröße. H ist deshalb nicht automatisch sicherer:

  • M ist die richtige Voreinstellung für sauberen Papierdruck.
  • Q oder H nur, wenn tatsächlich etwas den Code verdeckt — ein Logo in der Mitte, eine Falz, ein Etikett, das sich um eine Flasche krümmt.
  • L lohnt sich, wenn der Code groß ist, die Fläche eben und die URL lang: So bekommen Sie die größtmöglichen Module.

H wählen und den Code klein halten ist die schlechteste Kombination: Sie bezahlen Module für Schadenstoleranz und machen anschließend jedes Modul zu klein zum Lesen.

Material und Veredelung wiegen schwerer als gedacht

  • Matt schlägt glänzend. Ein Glanzlack wirft der Kamera ein Glanzlicht zurück und überstrahlt das halbe Symbol.
  • Nie über eine Falz oder Naht drucken. Die Falzlinie liest sich wie ein Bruch im Modulraster.
  • Gewölbte Oberflächen (Dosen, Flaschen, Tuben) brauchen einen kleineren Code auf einem flacheren Bereich oder eine höhere Fehlerkorrektur.
  • Dunkle Farbe auf hellem Grund, nicht umgekehrt. Die meisten Decoder setzen das voraus, und „die meisten“ ist nicht „alle“.

Testen, bevor tausend Stück laufen

Drucken Sie ein Exemplar in Endgröße auf dem endgültigen Material und scannen Sie es mit einem billigen Android-Handy, im Licht, in dem der Code später hängt, aus der Entfernung, aus der wirklich jemand stehen wird. Dieser eine Test findet fast alles auf dieser Seite — und wird fast immer übersprungen.

Bereit für den Code? Der Generator läuft in Ihrem Browser: URL einfügen, die hier empfohlene Fehlerkorrektur wählen und für den Druck als SVG exportieren, denn Vektoren bleiben in jeder Größe scharf.

Häufige Fragen

Wie viele Millimeter braucht ein einzelnes Modul im Druck?
Im Offset- und Digitaldruck rund 0,4 mm, auf Thermoetiketten, ungestrichenem Papier und rauen Oberflächen eher 0,6 mm. Das ist die eigentliche Untergrenze, nicht die Kantenlänge des Codes: Multiplizieren Sie den Wert mit der Modulzahl Ihrer Version — 29 bei Version 3, 57 bei Version 10 — und Sie haben das Mindestmaß, das unabhängig von der Leseentfernung gilt. Liegt es über dem, was die Abstandsregel ergibt, gewinnt die Modulrechnung.
Passen in einen größeren QR-Code mehr Daten?
Nein. Die Kapazität hängt von der Version ab, also von der Anzahl der Module pro Seite, nicht von der physischen Größe. Größer drucken vergrößert nur jedes einzelne Modul — und genau das macht den Code aus größerer Entfernung lesbar.
Wie viel Weißraum braucht ein QR-Code?
Vier Module auf jeder Seite. Das ist die in ISO/IEC 18004 definierte Ruhezone, und sie ist genau der Teil, den Layouter am häufigsten wegschneiden.

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