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Barcodes

EAN-13 gegen UPC-A: Welche Nummer auf Ihr Produkt gehört

Eine UPC-A ist eine EAN-13 mit führender Null. Was das für Amazon-Listings, den Export nach Nordamerika, die Prüfziffer, UPC-E, EAN-8 und den Umkarton bedeutet.

von Kyllian 8 Min. Lesezeit

Der Handelspartner schickt ein Formular, das nach dem „Barcode-Typ“ Ihres Produkts fragt, und die Auswahl heißt EAN-13 oder UPC-A. Wer an dieser Stelle überlegt, welches Symbol schöner aussieht, stellt die falsche Frage. Das Formular will wissen, woher Ihre Nummer stammt — und wenn Sie das noch nicht beantworten können, hilft Ihnen auch der beste Generator nicht weiter.

Dieselben Striche, andere Verwaltung

UPC-A kam 1973 zuerst, entwickelt für den nordamerikanischen Lebensmittelhandel. Die europäische EAN folgte, indem sie eine dreizehnte Ziffer vorn anfügte — und das ist bereits der gesamte Unterschied. Eine UPC-A ist eine EAN-13 mit führender Null. 036000291452 und 0036000291452 bezeichnen dieselbe Handelseinheit, und die Strichfolge, die der Scanner sieht, ist in beiden Fällen dieselbe.

Solange Kassen nur zwölf Stellen verarbeiten konnten, war das ein echtes Handelshemmnis. Mit der Sunrise 2005 endete es: Seither müssen Kassensysteme in den USA und Kanada auch EAN-13 annehmen. Ein Scanner liest heute überall beide Formen, und die praktische Regel für einen deutschen Hersteller ist kurz. Drucken Sie die Nummer, die GS1 Germany Ihnen zugeteilt hat, in dem Format, das ihre Länge vorgibt. Für den Export nach Nordamerika brauchen Sie keine zweite Nummer und keinen zweiten Aufdruck.

In der Sprache von GS1 heißen die beiden Nummern GTIN-12 und GTIN-13. Die Symbologie, die sie auf die Packung bringt, ist UPC-A für die eine und EAN-13 für die andere.

Ziffern — und die eine, die Sie nicht eingeben

EAN-13UPC-A
Stellen insgesamt1312
Sie geben ein12 (oder alle 13)11 (oder alle 12)
PrüfzifferModulo 10, wird berechnetModulo 10, wird berechnet
Nennmaß bei 100 %37,29 × 25,93 mm37,29 × 25,91 mm
Vergrößerungsfaktor80 % bis 200 %80 % bis 200 %
NormISO/IEC 15420 + GS1ISO/IEC 15420 + GS1

Die letzte Ziffer ist bei beiden eine Modulo-10-Prüfziffer, die sich aus den vorangehenden ergibt. Deshalb nimmt der Barcode-Generator für eine EAN-13 zwölf Ziffern und für eine UPC-A elf entgegen und ergänzt die letzte selbst. Wer die vollständige Nummer hat, fügt sie komplett ein; sie wird dann geprüft statt ergänzt, und eine falsche Prüfziffer wird abgelehnt statt stillschweigend korrigiert.

Die Rechnung lohnt sich zu kennen, weil sie Übertragungsfehler erwischt, bevor es die Druckerei tut. Gewichten Sie die Datenziffern von links abwechselnd mit 1 und 3, addieren Sie die Produkte und ziehen Sie die Summe vom nächsten Vielfachen von zehn ab. Für die EAN-13-Daten 400638133393:

4×1 + 0×3 + 0×1 + 6×3 + 3×1 + 8×3 + 1×1 + 3×3 + 3×1 + 3×3 + 9×1 + 3×3 = 89
90 − 89 = 1        →  4006381333931

Bei UPC-A läuft es identisch, nur beginnen die Gewichte mit 3 — denn die zwölfstellige Nummer ist die dreizehnstellige ohne ihre führende Null, und mit der Null verschwindet auch das erste Gewicht. Für 03600029145 ergibt die gewichtete Summe 58, die Prüfziffer ist 2, die vollständige Nummer 036000291452.

Schickt Ihnen ein Lieferant eine Nummer, deren Prüfziffer nicht aufgeht, drucken Sie sie nicht. Irgendwo weiter vorn wurde eine Ziffer vertippt, und an der Kasse würde ein anderer Artikel aufgerufen.

Was das Präfix bedeutet — und was nicht

Die führenden Ziffern benennen die GS1-Landesorganisation, die die Basisnummer ausgegeben hat. Sie werden landläufig Ländercode genannt, und das ist gerade nah genug an der Wahrheit, um in die Irre zu führen.

PräfixVergeben durch
000–139GS1 US und Kanada
020–029, 040–049Eingeschränkte Verteilung — nur innerhalb eines Betriebs
300–379GS1 Frankreich
400–440GS1 Germany
450–459, 490–499GS1 Japan
500–509GS1 UK
690–699GS1 China
977Zeitschriften — ISSN
978, 979Bücher — ISBN, und 9790 für Musiknoten

Ein Produkt mit dem Präfix 40 wurde über GS1 Germany von einem Unternehmen mit deutscher GS1-Mitgliedschaft angemeldet. Über den Herstellungsort sagt das nichts, und ein britisches Unternehmen, das sich bei GS1 Germany registriert, trägt dasselbe Präfix. Wer daraus „Made in Germany“ abliest, liest etwas, das die Nummer gar nicht kodiert. Umgekehrt gilt für den Export: Eine Nummer mit Präfix 400 bis 440 ist in einem US-Regal nicht weniger gültig als eine mit Präfix 0.

Die Bereiche 020–029 und 040–049 sind die Ausnahme, die man sich merken sollte. Sie sind für eingeschränkte Verteilung reserviert — Nummern, die ein Markt für seine eigenen Regale selbst vergibt. Nichts, was Ihr Haus verlässt, darf sie tragen.

Die Nummer lässt sich nicht erfinden

An dieser Stelle scheitern die meisten Projekte. Eine Handels-GTIN stammt aus einer GS1-Basisnummer, die Ihnen die Landesorganisation lizenziert — in Deutschland GS1 Germany —, und aus dieser Basisnummer vergeben Sie dann Ihre Artikelnummern. Einen Selbstbedienungsweg gibt es nicht. Eine ausgedachte Nummer wird entweder bei der Artikelanlage des Händlers zurückgewiesen oder kollidiert irgendwo auf der Welt mit einem echten Produkt. Das Zweite ist erheblich schlimmer, weil es nicht bei Ihnen auffällt, sondern lautlos an einer fremden Kasse.

Marktplätze setzen das ebenso durch. Amazon und die meisten europäischen Marktplätze verlangen eine GTIN und gleichen sie mit dem GS1-Register ab; ob Sie eine GTIN-12 oder eine GTIN-13 angeben, spielt dabei keine Rolle, weiterverkaufte oder erfundene Nummern dagegen sehr. Der Einstieg ist gs1.org, von dort werden Sie an Ihre Landesorganisation weitergeleitet.

Ein Generator erzeugt aus jeder Ziffernfolge, die Sie eintippen, ein technisch gültiges Symbol. Das ist nicht dasselbe wie eine Nummer, die im Handel funktioniert.

Das kleinere und das größere Symbol

Für die Fälle, in denen das Standardsymbol nicht passt, gibt es zwei Varianten.

UPC-E ist eine UPC-A, aus der Nullfolgen herausgekürzt wurden, gedruckt in etwa halber Breite: 22,11 mm gegenüber 37,29 mm bei 100 %. Das Lesegerät an der Kasse expandiert sie wieder auf die vollen zwölf Ziffern, bevor das Kassensystem sie sieht, der Produktdatensatz bleibt also derselbe. Das funktioniert nur bei Nummern mit passendem Aufbau: Die Nullen müssen an der richtigen Stelle stehen, und nur die Nummernsysteme 0 und 1 kommen infrage. Lässt sich Ihre UPC-A nicht komprimieren, drucken Sie das vollständige Symbol oder wählen eine andere Artikelnummer. Und weil der Rand bei einem halb so breiten Symbol einen größeren Anteil ausmacht, dürfen die neun Module Ruhezone links und die sieben rechts hier erst recht nicht fehlen.

Auf der EAN-Seite heißt das Gegenstück EAN-8, und es funktioniert grundlegend anders. Eine EAN-8 ist keine gekürzte EAN-13, sondern eine eigenständig vergebene kurze Nummer, die GS1 einzeln und nur gegen den Nachweis ausgibt, dass die Verpackung selbst bei 80 % keine EAN-13 aufnehmen kann. Auch sie kommt nicht ohne Ruhezone aus — sieben Module beidseitig —, und wer schon einmal einen Portionsbeutel gestaltet hat, weiß, wie schnell dieser Rand einem Störer oder Logo weichen muss.

ITF-14 gehört auf den Umkarton, nicht auf den Artikel. Er kodiert eine GTIN-14: eine Indikatorziffer für die Verpackungsebene, die ersten zwölf Stellen der Artikel-GTIN (also ohne deren Prüfziffer) und eine neu berechnete Prüfziffer. Er arbeitet mit deutlich breiteren Strichen und einem Schutzrahmen — dem kräftigen Balken rund um das Symbol —, weil er direkt auf Wellpappe gedruckt wird, wo der Farbverlauf eine EAN-13 zerstören würde. Ein Karton mit zwölf Dosen bekommt einen ITF-14, die Dosen darin behalten ihre EAN-13.

Druck: Klarschrift, Ruhezone, Vergrößerungsfaktor

EAN-13 und UPC-A sind die Symbologien, deren Größe wirklich genormt ist. Das Nennmaß ist die 100-Prozent-Stufe des Vergrößerungsfaktors, und zulässig ist alles zwischen 80 % und 200 %. Darunter fallen die Striche unter das Auflösungsvermögen älterer Kassenscanner, und der nordamerikanische Handel prüft das bei der Artikelanlage.

Drei Dinge werden im Layout regelmäßig geopfert und dürfen es nicht:

  • Die Strichhöhe. Ein gestutztes Symbol zwingt den Scanstrahl, das Symbol fast waagerecht zu queren — genau die Situation, mit der ein omnidirektionaler Kassenscanner schlecht zurechtkommt. Die längeren Randstriche, die unter die Ziffernzeile reichen, bleiben stehen.
  • Die Ruhezone. Das >-Zeichen am rechten Rand einer EAN-13 markiert sie und wird nicht entfernt. Bei UPC-A gehören die außerhalb der Randstriche gesetzten Ziffern für Nummernsystem und Prüfziffer zum vorgeschriebenen Layout; schieben Sie nicht der Optik zuliebe alle zwölf Ziffern mittig unter das Symbol.
  • Die Klarschriftzeile. Die Ziffern unter den Strichen sind der Rückfall, wenn der Scanner versagt oder das Etikett zerkratzt ist. Sie bleiben in der Anordnung, die die Symbologie vorsieht.

Wenn es gar nicht für die Kasse ist

Kreuzt der Barcode nie eine Ladentheke — Lagerplätze, Inventaraufkleber, interne Teilenummern, ein Veranstaltungsticket, ein privates Projekt —, dann ist Code 128 die Antwort. Er nimmt beliebigen ASCII-Text, niemand vergibt die Nummern, und er ist bei gleicher Ziffernzahl dichter als jedes Handelsformat. Ein Handelsformat für interne Zwecke beschert Ihnen eine feste Länge, eine Registrierungspflicht und keinen einzigen Vorteil.

EinsatzFormatStellenRegistrierung
Handelsartikel, Europa und der Rest der WeltEAN-1313GS1
Handelsartikel mit nordamerikanischer NummerUPC-A12GS1
Kleine Packung, nordamerikanische NummerUPC-E8GS1 (als UPC-A)
Kleine Packung, EAN-NummerEAN-88GS1, einzeln vergeben
UmkartonITF-1414Aus der Artikel-GTIN abgeleitet
Alles InterneCode 128beliebigkeine

Die letzte Zeile behandelt der Leitfaden zu Lager- und Inventaretiketten ausführlich. Für alles darüber lautet die Reihenfolge: Nummer von GS1 holen, Prüfziffer nachrechnen, dann erst den Generator öffnen.

Häufige Fragen

Kann ich meine deutsche EAN-13 auch in den USA und Kanada verwenden?
Ja. Seit der sogenannten Sunrise 2005 müssen nordamerikanische Kassensysteme EAN-13 lesen können, und die Striche einer EAN-13 unterscheiden sich ohnehin nicht von denen einer UPC-A. Sie brauchen für den Export also keine zweite Nummer und keinen zweiten Aufdruck. Prüfen Sie nur, ob Ihr Handelspartner die Nummer in seiner Artikeldatenbank dreizehnstellig anlegt oder die führende Ziffer abschneidet.
Brauche ich für ein Amazon-Listing eine UPC oder eine EAN?
Eine GTIN, und beide Formen sind eine. Amazon und die meisten europäischen Marktplätze verlangen eine GTIN und gleichen sie mit dem GS1-Register ab; eine GTIN-12 aus einer UPC-A wird dabei gleichrangig zur GTIN-13 aus einer EAN-13 akzeptiert. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass die Nummer aus einer Basisnummer stammt, die GS1 an Sie lizenziert hat. Weiterverkaufte oder erfundene Nummern führen zu abgelehnten Listings.
Wie groß muss eine EAN-13 auf der Verpackung mindestens sein?
80 Prozent des Nennmaßes von 37,29 × 25,93 mm, also die kleinste zulässige Stufe des Vergrößerungsfaktors; nach oben sind 200 Prozent erlaubt. Darunter beginnen Kassenscanner zu versagen, und der Handel weist solche Verpackungen zurück. Kürzen Sie auf keinen Fall die Strichhöhe, um das Symbol in einen schmalen Streifen zu pressen — wenn der Platz fehlt, ist EAN-8 der vorgesehene Weg, nicht ein gestutztes Symbol.
Wie lege ich UPC-A und EAN-13 gemeinsam in der Warenwirtschaft ab?
Als eine Nummer, nicht als zwei. 036000291452 und 0036000291452 bezeichnen dieselbe Handelseinheit, also sollte das System eine zwölfstellige GTIN-12 beim Import mit einer führenden Null auf dreizehn Stellen auffüllen. Sonst entsteht für denselben Artikel ein zweiter Datensatz, sobald ein Scanner die Nummer in der einen Form liefert und der Lieferant sie in der anderen schickt. Die Prüfziffer bleibt bei dieser Umformung unverändert.

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