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Design

Logo im QR-Code: wie viel Fläche wirklich geht

Wie groß ein Logo im QR-Code sein darf, welche Bereiche unbedingt frei bleiben müssen und warum die vielzitierten 30 Prozent kein Freibrief sind.

von Kyllian 6 Min. Lesezeit

Ein Logo in der Mitte des QR-Codes ist die häufigste Gestaltungsanforderung — und der häufigste Weg, einen funktionierenden Code kaputtzumachen. Der Grund ist selten böser Wille, sondern eine Zahl, die falsch verstanden wird.

Die 30 Prozent und was sie tatsächlich bedeuten

Fehlerkorrekturstufe H stellt rund 30 Prozent der Codewörter wieder her — ein Rechenwert und keine Erlaubnis, ein knappes Drittel des Bildes zu übermalen. Die Zahl zählt Codewörter statt Bildfläche, die Korrektur arbeitet blockweise und nimmt einen zusammenhängenden Fleck deshalb besonders übel, und sie ist ein Gesamtbudget, aus dem auch Druckungenauigkeit, Papierfalten, schräge Aufnahmen und schlechtes Licht bezahlt werden. Die Herleitung dieser drei Punkte und die Kapazität, die jede Stufe kostet, stehen im Ratgeber zur Fehlerkorrektur.

Für das Logo folgt daraus nur eins, dafür unmissverständlich: Wer die theoretische Grenze ausreizt, erzeugt genau den Code, der auf dem Monitor scannt und auf dem Messestand nicht mehr.

Die praktische Obergrenze

Rechnen Sie in Kantenlänge, nicht in Fläche, denn danach sind die Regler in jedem Werkzeug gebaut:

Logo (Anteil der Kantenlänge)Verdeckte FlächeEinschätzung
10 %1 %Immer unkritisch, oft zu klein zum Erkennen
15 %rund 2 %Sichere Wahl für kleine Drucke unter 3 cm
20 %rund 4 %Der sinnvolle Zielwert für die meisten Codes
25 %rund 6 %Obergrenze, nur bei Stufe H und ausreichender Größe
30 % und mehr9 % und mehrFunktioniert im Test, fällt im Feld aus

Der Sprung von 20 auf 30 Prozent Kantenlänge klingt nach der Hälfte mehr Logo, mehr als verdoppelt aber die verdeckte Fläche — von vier auf neun Prozent, denn sie wächst im Quadrat. Genau diese Nichtlinearität führt dazu, dass Codes reihenweise knapp jenseits der Grenze landen. Bleiben Sie bei 20 Prozent, und geben Sie dem Logo lieber im Layout daneben mehr Raum, statt es in den Code zu drücken.

Was frei bleiben muss

Ein erheblicher Teil eines QR-Codes ist nicht Daten, sondern Struktur — Suchmuster, Taktspur, Ausrichtungsmuster, Ruhezone —, und Struktur wird von keiner Fehlerkorrekturstufe rekonstruiert. Welche Bereiche das im Einzelnen sind und warum sie außerhalb der Redundanz liegen, führt der eben verlinkte Ratgeber zur Fehlerkorrektur auf.

Für die Platzierung eines Logos folgen daraus zwei Konsequenzen. Erstens bleibt als Fläche nur die Mitte: Dort liegen ausschließlich Datenmodule, und genau die kann Reed-Solomon rekonstruieren. Zweitens trifft alles, was aus der Mitte wandert, sofort etwas — ein dekorativer Rahmen knabbert an der Ruhezone, ein außermittig gesetztes Logo erreicht die Taktspur in der siebten Zeile und der siebten Spalte, und ab Version 7 liegen Ausrichtungsmuster über das ganze Symbol verteilt, teilweise nahe der Mitte. Soll die Bildmarke woanders sitzen als mittig, gehört sie neben den Code, hinter die Ruhezone, und nicht mehr hinein.

Der weiße Polsterring

Setzen Sie das Logo nie direkt auf die Module. Ein schmaler weißer Rand von ein bis zwei Modulen rundherum bewirkt zweierlei: Er trennt Logo und Muster für den Binarisierungsschritt der Kamera sauber, und er verhindert, dass Logokanten als Modulkanten missverstanden werden. Ohne diesen Ring entsteht am Übergang eine Zone mit halbem Kontrast, die für den Decoder schlimmer ist als die eigentliche Verdeckung.

Aus demselben Grund gehört ein Logo deckend auf eine Fläche, nicht transparent über die Module. Halbdurchsichtig wirkt gestalterisch weich und liest sich technisch als Grau.

Quadratisch oder rund

Beides funktioniert, mit einem Unterschied: Bei gleicher Kantenlänge verdeckt ein Kreis rund 21 Prozent weniger Fläche als ein Quadrat. Ein rundes Logo mit einem runden weißen Ring darf deshalb minimal größer ausfallen als ein quadratisches.

Wichtiger als die Form ist die Ausrichtung am Modulraster. Ein Logofeld, dessen Kanten mitten durch Module laufen, erzeugt Halbmodule an der Grenze — die häufigste Ursache dafür, dass zwei Codes mit scheinbar gleichem Logo sich unterschiedlich verhalten. Wenn Ihr Werkzeug es erlaubt, lassen Sie den weißen Ring an vollen Modulkanten enden.

Und ein Logo, das selbst aus dünnen Linien oder feiner Schrift besteht, gehört nicht in einen 2 cm großen Code. Nehmen Sie die Bildmarke, nicht die Wortmarke.

Wer ein Logo einsetzt, färbt meistens auch gleich die Module in der Hausfarbe. Das ist erlaubt, verbraucht aber dieselbe Reserve. Entscheidend ist der Helligkeitsabstand zwischen Modul- und Hintergrundfarbe, nicht der Farbkontrast: Ein kräftiges Orange auf Weiß wirkt im Layout stark und liegt in Graustufen gefährlich nah am Hintergrund. Prüfen Sie die Kombination immer in Graustufen, bevor Sie ein Logo darüberlegen — sonst summieren sich zwei Zugeständnisse, von denen jedes für sich noch tragbar gewesen wäre.

Farbverläufe über die Module sind das häufigste Beispiel dafür. Ein Verlauf von Dunkelblau nach Hellblau erzeugt eine Ecke, in der die Module den Kontrast verlieren, und ausgerechnet dort sitzt eines der Suchmuster. Wenn ein Verlauf sein muss, dann über einen schmalen Helligkeitsbereich im dunklen Drittel.

Der Rahmen mit der Aufforderung

Viele Vorlagen setzen einen Rahmen mit „Jetzt scannen“ um den Code. Dagegen spricht nichts, solange zwei Dinge stimmen: Der Rahmen beginnt erst hinter den vier Modulen Ruhezone, und der Text sitzt außerhalb, nicht darauf. Ein Balken, der die Ruhezone anknabbert, kostet mehr Lesbarkeit als das Logo in der Mitte — und er tut es unsichtbar, weil das Symbol selbst unversehrt aussieht.

PNG, SVG und das Missverständnis dahinter

Ein Detail, das regelmäßig für Rückfragen sorgt: Der SVG-Export dieser Seite enthält kein Logo. Logos werden auf dem Canvas über den gerenderten Code komponiert und erscheinen deshalb ausschließlich im PNG — so steht es auch auf der Fragenseite.

Für den Druck ist das kein Hindernis, sondern nur ein zusätzlicher Schritt:

  1. Code als SVG exportieren, damit die Module in jeder Größe vektorscharf bleiben.
  2. Logo im Layoutprogramm mittig darüber platzieren, mit weißem Feld darunter.
  3. Das Logofeld auf höchstens 20 bis 25 Prozent der Codebreite skalieren.
  4. Vor der Freigabe vom ausgedruckten Bogen scannen, nicht vom Bildschirm.

Für Bildschirm, Präsentation und E-Mail reicht das PNG mit fertig eingebettetem Logo. Welches Format wofür taugt und warum ein hochskaliertes PNG im Druck weiche Modulkanten erzeugt, behandelt der Ratgeber zur Druckgröße.

Testen, und zwar richtig

Ein Code mit Logo ist ein Code mit aufgebrauchter Reserve. Der Test muss deshalb härter sein als sonst:

  • Mindestens zwei Geräte, davon eines ein älteres Android-Mittelklassegerät.
  • Vom gedruckten Exemplar auf dem endgültigen Material, nicht vom Monitor.
  • Bei Innenraumbeleuchtung, schräg von der Seite, aus realistischer Entfernung.
  • Erkennung in unter zwei Sekunden. Alles, was länger dauert oder mehrere Anläufe braucht, ist im Feld ein Ausfall.

Scheitert der Test, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: Logo verkleinern, Stufe auf H prüfen, Code vergrößern, kodierte Adresse kürzen. Erst danach lohnt der Blick auf die übrigen Ursachen in QR-Code scannt nicht.

Wenn Sie es direkt ausprobieren wollen: Auf der Seite QR-Code mit Logo laden Sie Ihr Bild hoch, stellen die Stufe auf H und begrenzen die Logogröße mit dem Regler; die Vorschau zeichnet bei jeder Änderung neu. Alle übrigen Einstellungen — Farben, Größe, UTM-Parameter — finden Sie im vollständigen Generator. Beides läuft im Browser, Ihr Logo wird also nirgendwohin hochgeladen.

Häufige Fragen

Wie viel Fläche verdeckt ein Logo bei 20 Prozent Kantenlänge?
Rund vier Prozent des Symbols, denn die Fläche wächst im Quadrat zur Kantenlänge. Genau deshalb ist der Sprung von 20 auf 30 Prozent Kantenlänge so teuer: Er verdoppelt die verdeckte Fläche von vier auf neun Prozent. Wer in Kantenlänge plant, unterschätzt den Effekt regelmäßig.
Warum enthält die heruntergeladene SVG-Datei mein Logo nicht?
Weil das Logo auf dem Canvas über den fertigen Code gelegt wird und deshalb nur im PNG-Export enthalten ist. Die SVG-Datei gibt allein das Modulmuster als Vektor aus. Wer ein Logo im Vektor braucht, exportiert die SVG-Datei und platziert das Logo anschließend im Layoutprogramm mittig darüber, mit demselben weißen Abstandsrahmen.
Darf das Logo transparent sein oder Farbverläufe haben?
Möglich ist beides, empfehlenswert keines von beidem. Ein transparentes Logo lässt Module durchscheinen und erzeugt für die Kamera eine Zone mit halbem Kontrast, die schlechter ist als eine sauber verdeckte Fläche. Setzen Sie das Logo deckend auf einen weißen Kreis oder ein weißes Quadrat und halten Sie es kontrastreich.
Kann ich ein Logo statt in die Mitte auch in eine Ecke setzen?
Besser nicht. In drei Ecken liegen die Suchmuster, über die der Scanner das Symbol überhaupt erst findet, und sie sind durch keine Fehlerkorrektur geschützt. Die Mitte ist die einzige Stelle, an der ausschließlich Datenmodule liegen, die sich rekonstruieren lassen. Alles außerhalb gehört in die Ruhezone oder in das Layout daneben.

Erstellen Sie den Code aus diesem Ratgeber

Der Generator läuft in Ihrem Browser — Logo einfügen, Farben wählen, Link mit UTM-Parametern versehen und als PNG oder SVG herunterladen. Ohne Konto, ohne Wasserzeichen.

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