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Einsatz

Die QR-Code-Speisekarte, die im Service tatsächlich funktioniert

Platzierung, Kantenlänge und Modulgröße für die QR-Karte im Gastraum, warum ein PDF hinter dem Code der übliche Fehler ist und was Sie vorher testen sollten.

von Kyllian 6 Min. Lesezeit

Der Aufsteller steht seit dem Frühjahr auf jedem Tisch, und trotzdem fragt an jedem zweiten Abend jemand nach einer Karte aus Papier. Das liegt selten am Gast. Es liegt fast immer an drei Entscheidungen, die lange vor dem Druck gefallen sind: wo der Code steht, wie groß er ist und was hinter ihm liegt.

Wo der Code steht, entscheidet über alles Weitere

PlatzierungLeseabstandKantenlängeWas schiefgeht
Tischaufsteller25–30 cm3–4 cmwandert an den Tresen, kippt um
Aufkleber flach auf der Tischplatte40–60 cm4–5 cmAbnutzung, Fettfilm, Spiegelung unter dem Strahler
Aufdruck auf der Karte selbst25–30 cm3 cmmuss bei jedem Kartenwechsel neu durch die Druckerei
Schaufenster oder Kundenstopper1,5–2 m15–20 cmTageslicht, Spiegelung in der Scheibe
Rechnungsmappe oder Bon25 cm3 cmThermopapier verblasst und hat wenig Kontrast

Der Aufsteller ist die Voreinstellung, und das aus einem Grund, der banaler klingt als er ist: Er steht aufrecht. Ein Code, der flach auf der Platte klebt, wird von einem Gast gelesen, der sich darüber beugt – also schräg, und jeder Grad Schräglage frisst Reserve. Wenn der Code flach liegen muss, dimensionieren Sie ihn so, als würde er von der gegenüberliegenden Tischseite gelesen. Genau das passiert nämlich.

Der Aufdruck direkt auf die Speisekarte ist die still funktionierende Variante für Betriebe, die die Karte ohnehin wöchentlich neu drucken. Er kann nicht verrutschen, nicht überklebt werden und liegt an jedem Platz. Und weil das Layout sowieso durch die Druckerei geht, kostet die feste Adresse im Code hier nichts.

Die Modulgröße ist die eigentliche Grenze

Die Faustregel aus der Anleitung zur Druckgröße lautet Leseabstand geteilt durch zehn, also 3 cm für 30 cm Abstand. Das ist ein Wert für saubere Bedingungen, und ein Gastraum bei Kerzenlicht ist keine saubere Bedingung. Rechnen Sie ein Drittel auf und drucken Sie 4 cm.

Entscheidend ist nicht die Kantenlänge selbst, sondern was von ihr bei einem einzelnen Modul ankommt. Drei reale Fälle, mit dem Encoder dieser Seite gerechnet:

InhaltZeichenVersionModuleModul bei 3 cmModul bei 4 cm
https://cafe-nordlicht.de/karte, Stufe M313291,03 mm1,38 mm
dieselbe Adresse, Stufe H fürs Logo314330,91 mm1,21 mm
dieselbe Adresse mit vier UTM-Parametern976410,73 mm0,98 mm

Unter etwa 0,8 mm pro Modul wird es auf ungestrichenem Papier und in schlechtem Licht zäh. Die Zeile mit den Kampagnenparametern zeigt, wie schnell man dort landet: derselbe Aufsteller, dieselbe Fläche, aber ein Drittel weniger Kante pro Modul – nur weil vier Parameter an der Adresse hängen.

Dazu kommt die Ruhezone. Ein QR-Code braucht ringsum vier freie Module, bei 29 Modulen sind das also 37 Modulbreiten Platz insgesamt. Auf einem 4-cm-Code sind das gut 5,5 mm Weißraum an jeder Kante, die nicht mit dem Betriebslogo oder einer Schmuckkontur zugestellt werden dürfen. Was sonst noch dazwischenfunkt, steht in der Fehlersuche für nicht scannende Codes.

Halten Sie die Adresse kurz

Die kürzeste sinnvolle Adresse ist die beste Investition in die Lesbarkeit, weil sie direkt Module spart. cafe-nordlicht.de/karte bleibt in Version 3, eine Adresse wie www.gasthaus-zur-linde-muenchen.de/speisekarte braucht schon Version 4 und damit 33 statt 29 Module. Ein kurzer Pfad auf der eigenen Domain – /karte, /menu, /k – schlägt jeden Kurz-URL-Dienst, weil er niemandem gehört außer Ihnen und nicht abgeschaltet werden kann.

Das PDF ist die häufigste Fehlentscheidung

Hinter fast jeder QR-Karte, über die sich Gäste beschweren, liegt eine PDF-Datei. Sie öffnet in Seitenbreite, also zoomt der Gast, schiebt das Bild hin und her und verliert dabei die Zeile. Sie hat oft mehrere Megabyte, die über ein Gastnetz laufen, an dem gerade dreißig andere Geräte hängen. Ihr Text bricht bei vergrößerter Systemschrift nicht um, sondern bleibt genau so klein wie gesetzt. Und Screenreader lesen ein gestaltetes PDF in unvorhersehbarer Reihenfolge vor.

Eine schlichte HTML-Seite mit Überschriften, Preisen als Text und einem Inhaltsverzeichnis löst alle vier Punkte auf einmal. Sie hat außerdem den betrieblichen Vorteil, den die meisten Betriebe eigentlich suchen: Sie ändern den Mittagstisch auf der Seite, und der gedruckte Code bleibt gültig. Hier entstehen ausschließlich statische Codes – die Adresse steht wörtlich im Muster –, und genau deshalb ist eine Adresse, deren Inhalt sich ändern lässt, die richtige Antwort auf wechselnde Karten.

Papier bleibt im Haus

Eine rein digitale Karte schließt Gäste aus, und zwar nicht theoretisch: leerer Akku, kein Datenvolumen, kein Smartphone, eingeschränktes Sehvermögen. Ein kleiner Stapel gedruckter Karten hinter dem Tresen und eine Zeile auf dem Aufsteller – „Gedruckte Karte gerne auf Anfrage“ – erledigt das Thema, bevor es am Tisch verhandelt wird.

Die Allergenkennzeichnung nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung hängt im Übrigen nicht am Medium. Was auf der gedruckten Karte stehen müsste, muss auch auf der digitalen stehen, und zwar auf derselben Seite und nicht in einem zweiten Dokument, das der Gast über einen weiteren Link suchen darf.

Der Aufkleber, den niemand von Ihnen geklebt hat

Ein QR-Code auf einem Tisch ist ein ungesichertes Ziel. Wer einen Vinylaufkleber mit eigenem Code darüberklebt, schickt Ihre Gäste auf eine Seite, die Ihrer ähnelt und nach Kartendaten fragt – und im laufenden Service sieht das niemand. Drei Maßnahmen, die zusammen fast alles abfangen:

  • Den Code direkt auf den laminierten Aufsteller drucken, nicht aufkleben. Ein Aufkleber auf glattem Laminat fällt beim Abwischen auf, einer auf einem anderen Aufkleber nicht.
  • Den Code in Gestaltung einbetten, die ein rechteckiger Fremdaufkleber sichtbar zerstört: eine Umrandung, ein angeschnittenes Logo, ein Farbfeld.
  • Die Tische beim Öffnen und beim Abschluss ansehen. Das ist die einzige Kontrolle, die wirklich zuverlässig ist.

Gastnetz gleich mitliefern

Wer den Gast ohnehin ans Handy schickt, sollte ihm auch das WLAN geben, sonst lädt die Karte über eine schwache Mobilfunkverbindung im Innenhof. Ein zweiter Code auf demselben Aufsteller genügt; wie das WIFI-Format aufgebaut ist und welche Zeichen darin maskiert werden müssen, steht in der Formatanleitung, und der WLAN-Generator baut die Zeichenkette selbst zusammen. In einen ausgehängten Code gehört ausschließlich das Gastnetz, niemals das Netz, in dem die Kasse hängt.

Kampagnenparameter mit Augenmaß

UTM-Parameter beantworten eine berechtigte Frage – bringt der Kundenstopper draußen überhaupt Scans? – und kosten, wie die Tabelle oben zeigt, Module. Wenn Sie sie einsetzen, dann sparsam: utm_source und utm_medium=qr reichen für die Unterscheidung zwischen Tisch, Fenster und Bon. Vier Parameter mit langen Kampagnennamen sind zwei Versionen teurer als der Erkenntnisgewinn wert ist. Was dabei datenschutzrechtlich zu beachten ist, steht in der Übersicht zu QR-Codes und DSGVO.

Zehn Minuten Test vor dem Druck

Bevor die Auflage in Druck geht, testen Sie den Code so, wie er im Betrieb gelesen wird: ausgedruckt auf demselben Papier, im Gastraum, bei Abendlicht, mit einem alten Android-Gerät und einem aktuellen iPhone, aus dem echten Leseabstand und einmal schräg von der Seite. Legen Sie den Ausdruck dabei nicht auf den Schreibtisch am Fenster, sondern auf den Tisch, auf dem er nachher steht. Wenn ein Gerät zögert, ist der Code für den Abendbetrieb zu klein – erzeugen Sie ihn eine Stufe größer und testen Sie erneut, bevor tausend Aufsteller in der Kiste liegen.

Häufige Fragen

Welche Kantenlänge braucht der QR-Code auf einem Tischaufsteller?
Drei bis vier Zentimeter, wenn der Gast sich zum Aufsteller vorbeugt, und vier bis fünf, wenn der Code flach auf der Platte klebt und von der anderen Tischseite gelesen wird. Der Gastraum ist dunkler und die Haltung schräger als beim Rechnen mit der Faustregel unterstellt, deshalb rechnen Sie besser mit einem Aufschlag von rund einem Drittel.
Warum sollte hinter der QR-Karte kein PDF liegen?
Ein PDF öffnet in Seitenbreite, der Gast zoomt und schiebt es im halbdunklen Raum über den Bildschirm, und die Datei lädt oft mehrere Megabyte über ein ausgelastetes Gastnetz. Der Text bricht bei größerer Schrift nicht um, Screenreader kommen schlecht damit zurecht. Eine schlichte mobile Webseite löst alle drei Probleme und lässt sich ändern, ohne den Code neu zu erzeugen.
Braucht ein Betrieb mit QR-Karte noch gedruckte Karten?
Ja, und zwar nicht nur aus Höflichkeit. Leerer Akku, kein Datenvolumen, kein Smartphone, eingeschränktes Sehvermögen: Jede dieser Gruppen sitzt regelmäßig im Gastraum. Halten Sie einen Stapel Karten hinter dem Tresen bereit und schreiben Sie auf den Aufsteller, dass es sie auf Wunsch gibt – das kostet weniger als eine Diskussion am Tisch.
Wie merken wir, wenn jemand einen fremden Aufkleber über unseren Code klebt?
Nur durch Hinsehen. Ein Vinylaufkleber über dem Code führt auf eine Seite, die Ihre Karte nachahmt und Kartendaten abfragt, und im Service fällt das niemandem auf. Drucken Sie den Code direkt auf laminierte Karten statt ihn aufzukleben, umgeben Sie ihn mit Gestaltung, die ein glatter Aufkleber sichtbar überdecken würde, und kontrollieren Sie die Tische beim Öffnen und beim Abschluss.
Gilt die Allergenkennzeichnung auch für eine digitale Karte?
Die Kennzeichnungspflicht nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung hängt nicht am Medium: Was auf der gedruckten Karte stehen müsste, muss auch auf der digitalen stehen. Praktisch heißt das, die Angaben gehören in dieselbe Webseite und nicht in ein separates Dokument, das erst über einen zweiten Link erreichbar ist. Im Zweifel klärt das die zuständige Lebensmittelüberwachung.

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