Einsatz
Die QR-Code-Speisekarte, die im Service tatsächlich funktioniert
Platzierung, Kantenlänge und Modulgröße für die QR-Karte im Gastraum, warum ein PDF hinter dem Code der übliche Fehler ist und was Sie vorher testen sollten.
Der Aufsteller steht seit dem Frühjahr auf jedem Tisch, und trotzdem fragt an jedem zweiten Abend jemand nach einer Karte aus Papier. Das liegt selten am Gast. Es liegt fast immer an drei Entscheidungen, die lange vor dem Druck gefallen sind: wo der Code steht, wie groß er ist und was hinter ihm liegt.
Wo der Code steht, entscheidet über alles Weitere
| Platzierung | Leseabstand | Kantenlänge | Was schiefgeht |
|---|---|---|---|
| Tischaufsteller | 25–30 cm | 3–4 cm | wandert an den Tresen, kippt um |
| Aufkleber flach auf der Tischplatte | 40–60 cm | 4–5 cm | Abnutzung, Fettfilm, Spiegelung unter dem Strahler |
| Aufdruck auf der Karte selbst | 25–30 cm | 3 cm | muss bei jedem Kartenwechsel neu durch die Druckerei |
| Schaufenster oder Kundenstopper | 1,5–2 m | 15–20 cm | Tageslicht, Spiegelung in der Scheibe |
| Rechnungsmappe oder Bon | 25 cm | 3 cm | Thermopapier verblasst und hat wenig Kontrast |
Der Aufsteller ist die Voreinstellung, und das aus einem Grund, der banaler klingt als er ist: Er steht aufrecht. Ein Code, der flach auf der Platte klebt, wird von einem Gast gelesen, der sich darüber beugt – also schräg, und jeder Grad Schräglage frisst Reserve. Wenn der Code flach liegen muss, dimensionieren Sie ihn so, als würde er von der gegenüberliegenden Tischseite gelesen. Genau das passiert nämlich.
Der Aufdruck direkt auf die Speisekarte ist die still funktionierende Variante für Betriebe, die die Karte ohnehin wöchentlich neu drucken. Er kann nicht verrutschen, nicht überklebt werden und liegt an jedem Platz. Und weil das Layout sowieso durch die Druckerei geht, kostet die feste Adresse im Code hier nichts.
Die Modulgröße ist die eigentliche Grenze
Die Faustregel aus der Anleitung zur Druckgröße lautet Leseabstand geteilt durch zehn, also 3 cm für 30 cm Abstand. Das ist ein Wert für saubere Bedingungen, und ein Gastraum bei Kerzenlicht ist keine saubere Bedingung. Rechnen Sie ein Drittel auf und drucken Sie 4 cm.
Entscheidend ist nicht die Kantenlänge selbst, sondern was von ihr bei einem einzelnen Modul ankommt. Drei reale Fälle, mit dem Encoder dieser Seite gerechnet:
| Inhalt | Zeichen | Version | Module | Modul bei 3 cm | Modul bei 4 cm |
|---|---|---|---|---|---|
https://cafe-nordlicht.de/karte, Stufe M | 31 | 3 | 29 | 1,03 mm | 1,38 mm |
| dieselbe Adresse, Stufe H fürs Logo | 31 | 4 | 33 | 0,91 mm | 1,21 mm |
| dieselbe Adresse mit vier UTM-Parametern | 97 | 6 | 41 | 0,73 mm | 0,98 mm |
Unter etwa 0,8 mm pro Modul wird es auf ungestrichenem Papier und in schlechtem Licht zäh. Die Zeile mit den Kampagnenparametern zeigt, wie schnell man dort landet: derselbe Aufsteller, dieselbe Fläche, aber ein Drittel weniger Kante pro Modul – nur weil vier Parameter an der Adresse hängen.
Dazu kommt die Ruhezone. Ein QR-Code braucht ringsum vier freie Module, bei 29 Modulen sind das also 37 Modulbreiten Platz insgesamt. Auf einem 4-cm-Code sind das gut 5,5 mm Weißraum an jeder Kante, die nicht mit dem Betriebslogo oder einer Schmuckkontur zugestellt werden dürfen. Was sonst noch dazwischenfunkt, steht in der Fehlersuche für nicht scannende Codes.
Halten Sie die Adresse kurz
Die kürzeste sinnvolle Adresse ist die beste Investition in die Lesbarkeit,
weil sie direkt Module spart. cafe-nordlicht.de/karte bleibt in Version 3,
eine Adresse wie
www.gasthaus-zur-linde-muenchen.de/speisekarte braucht schon Version 4 und
damit 33 statt 29 Module. Ein kurzer Pfad auf der eigenen Domain – /karte,
/menu, /k – schlägt jeden Kurz-URL-Dienst, weil er niemandem gehört außer
Ihnen und nicht abgeschaltet werden kann.
Das PDF ist die häufigste Fehlentscheidung
Hinter fast jeder QR-Karte, über die sich Gäste beschweren, liegt eine PDF-Datei. Sie öffnet in Seitenbreite, also zoomt der Gast, schiebt das Bild hin und her und verliert dabei die Zeile. Sie hat oft mehrere Megabyte, die über ein Gastnetz laufen, an dem gerade dreißig andere Geräte hängen. Ihr Text bricht bei vergrößerter Systemschrift nicht um, sondern bleibt genau so klein wie gesetzt. Und Screenreader lesen ein gestaltetes PDF in unvorhersehbarer Reihenfolge vor.
Eine schlichte HTML-Seite mit Überschriften, Preisen als Text und einem Inhaltsverzeichnis löst alle vier Punkte auf einmal. Sie hat außerdem den betrieblichen Vorteil, den die meisten Betriebe eigentlich suchen: Sie ändern den Mittagstisch auf der Seite, und der gedruckte Code bleibt gültig. Hier entstehen ausschließlich statische Codes – die Adresse steht wörtlich im Muster –, und genau deshalb ist eine Adresse, deren Inhalt sich ändern lässt, die richtige Antwort auf wechselnde Karten.
Papier bleibt im Haus
Eine rein digitale Karte schließt Gäste aus, und zwar nicht theoretisch: leerer Akku, kein Datenvolumen, kein Smartphone, eingeschränktes Sehvermögen. Ein kleiner Stapel gedruckter Karten hinter dem Tresen und eine Zeile auf dem Aufsteller – „Gedruckte Karte gerne auf Anfrage“ – erledigt das Thema, bevor es am Tisch verhandelt wird.
Die Allergenkennzeichnung nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung hängt im Übrigen nicht am Medium. Was auf der gedruckten Karte stehen müsste, muss auch auf der digitalen stehen, und zwar auf derselben Seite und nicht in einem zweiten Dokument, das der Gast über einen weiteren Link suchen darf.
Der Aufkleber, den niemand von Ihnen geklebt hat
Ein QR-Code auf einem Tisch ist ein ungesichertes Ziel. Wer einen Vinylaufkleber mit eigenem Code darüberklebt, schickt Ihre Gäste auf eine Seite, die Ihrer ähnelt und nach Kartendaten fragt – und im laufenden Service sieht das niemand. Drei Maßnahmen, die zusammen fast alles abfangen:
- Den Code direkt auf den laminierten Aufsteller drucken, nicht aufkleben. Ein Aufkleber auf glattem Laminat fällt beim Abwischen auf, einer auf einem anderen Aufkleber nicht.
- Den Code in Gestaltung einbetten, die ein rechteckiger Fremdaufkleber sichtbar zerstört: eine Umrandung, ein angeschnittenes Logo, ein Farbfeld.
- Die Tische beim Öffnen und beim Abschluss ansehen. Das ist die einzige Kontrolle, die wirklich zuverlässig ist.
Gastnetz gleich mitliefern
Wer den Gast ohnehin ans Handy schickt, sollte ihm auch das WLAN geben, sonst lädt die Karte über eine schwache Mobilfunkverbindung im Innenhof. Ein zweiter Code auf demselben Aufsteller genügt; wie das WIFI-Format aufgebaut ist und welche Zeichen darin maskiert werden müssen, steht in der Formatanleitung, und der WLAN-Generator baut die Zeichenkette selbst zusammen. In einen ausgehängten Code gehört ausschließlich das Gastnetz, niemals das Netz, in dem die Kasse hängt.
Kampagnenparameter mit Augenmaß
UTM-Parameter beantworten eine berechtigte Frage – bringt der Kundenstopper
draußen überhaupt Scans? – und kosten, wie die Tabelle oben zeigt, Module. Wenn
Sie sie einsetzen, dann sparsam: utm_source und utm_medium=qr reichen für
die Unterscheidung zwischen Tisch, Fenster und Bon. Vier Parameter mit langen
Kampagnennamen sind zwei Versionen teurer als der Erkenntnisgewinn wert ist. Was
dabei datenschutzrechtlich zu beachten ist, steht in der
Übersicht zu QR-Codes und DSGVO.
Zehn Minuten Test vor dem Druck
Bevor die Auflage in Druck geht, testen Sie den Code so, wie er im Betrieb gelesen wird: ausgedruckt auf demselben Papier, im Gastraum, bei Abendlicht, mit einem alten Android-Gerät und einem aktuellen iPhone, aus dem echten Leseabstand und einmal schräg von der Seite. Legen Sie den Ausdruck dabei nicht auf den Schreibtisch am Fenster, sondern auf den Tisch, auf dem er nachher steht. Wenn ein Gerät zögert, ist der Code für den Abendbetrieb zu klein – erzeugen Sie ihn eine Stufe größer und testen Sie erneut, bevor tausend Aufsteller in der Kiste liegen.
Häufige Fragen
Welche Kantenlänge braucht der QR-Code auf einem Tischaufsteller?
Warum sollte hinter der QR-Karte kein PDF liegen?
Braucht ein Betrieb mit QR-Karte noch gedruckte Karten?
Wie merken wir, wenn jemand einen fremden Aufkleber über unseren Code klebt?
Gilt die Allergenkennzeichnung auch für eine digitale Karte?
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