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Einsatz

Das WIFI-Format: Was in einem WLAN-QR-Code steht

Die vollständige Syntax des WIFI-Strings hinter jedem WLAN-QR-Code, welche Zeichen maskiert werden müssen und was iOS dabei anders macht als Android.

von Kyllian 7 Min. Lesezeit

Der Code am Tresen wird gescannt, das Handy zeigt kryptischen Text statt einer Verbindung — oder es meldet ein falsches Passwort, obwohl das Passwort stimmt. Beides sind Formatfehler, denn hinter jedem WLAN-QR-Code steht keine Magie, sondern eine kurze, streng aufgebaute Zeichenkette.

Die vollständige Syntax

WIFI:T:WPA;S:<ssid>;P:<passwort>;H:<true|false>;;

Das ist alles. Kein Protokoll, keine Adresse, kein Server — das Gerät liest die Zeichenkette, erkennt am Präfix WIFI:, dass es sich um Netzwerkdaten handelt, und bietet den Beitritt an. Ein einzelnes Beispiel für ein Gastnetz:

WIFI:T:WPA;S:Nordlicht Gast;P:Seeluft-2026!;H:false;;

53 Zeichen, im Byte-Modus also eine Version 4 mit 33 Modulen pro Seite. Die beiden Semikolons am Ende sind kein Tippfehler: Das erste schließt das letzte Feld ab, das zweite die Zeichenkette.

Die Felder

FeldBedeutungPflicht
T:Verschlüsselungstyp: WPA, WEP oder nopassja, außer bei offenen Netzen
S:SSID, also der Netzwerknameja
P:Passwort im Klartextbei nopass entfällt es
H:true, wenn die SSID nicht gesendet wirdnein, Standard ist false

Die Reihenfolge der Felder ist nicht vorgeschrieben und wird von den Lesern auch nicht erwartet: WIFI:S:…;T:WPA;P:…;; ist genauso gültig, und die Teilen-Funktion in den Android-WLAN-Einstellungen schreibt die Felder selbst in dieser Reihenfolge. T, S, P, H ist bloß die verbreitetste Schreibweise und deshalb die, an der sich Beispiele leichter vergleichen lassen. Nicht optional ist dagegen das doppelte Semikolon am Ende. Feldnamen werden groß geschrieben, das Präfix ebenfalls.

Die Werte für T

WPA steht für alles aus der WPA-Familie, also auch für WPA2 — das ist der Normalfall und funktioniert für gemischte WPA2/WPA3-Netze zuverlässig, weil das Gerät die stärkere Variante beim Verbinden selbst aushandelt. WEP ist nur noch historisch interessant und sollte in keinem Netz mehr aktiv sein. nopass bezeichnet ein offenes Netz, und dann entfällt das Feld P vollständig — nicht etwa als leeres P:;. Ein mitgeschriebenes leeres Passwortfeld bringt mehrere Leser dazu, nach einem Passwort zu fragen, das es gar nicht gibt:

WIFI:T:nopass;S:Flughafen Frei;;

Reine WPA3-Netze sind der einzige echte Stolperstein: Manche Geräte erwarten dafür T:SAE, und diesen Wert kennt nicht jede Kamera-App. Für Unternehmensnetze mit 802.1X existieren zusätzliche Felder (E:, I:, A:, PH2:), die praktisch nur neuere Android-Versionen auswerten — auf iPhones führt ein solcher Code verlässlich zu nichts.

Maskierung: fünf Zeichen mit Backslash

Semikolon und Doppelpunkt trennen Felder. Steht eines davon im Netzwerknamen oder im Passwort, muss es maskiert werden, sonst endet das Feld mitten im Wert. Betroffen sind fünf Zeichen: \, ;, ,, : und ".

SSID:     Café Nordlicht; 1. OG
Passwort: Milch;Zucker:2026

WIFI:T:WPA;S:Café Nordlicht\; 1. OG;P:Milch\;Zucker\:2026;;

Ohne die beiden Backslashes im Passwort meldet das Gerät „falsches Passwort“ und versucht sich in Wahrheit mit Milch anzumelden. Das ist der mit Abstand häufigste Fehler in selbst gebauten WLAN-Codes.

Umlaute und andere Sonderzeichen werden als UTF-8 kodiert und funktionieren auf aktuellen Geräten, sind aber eine bekannte Quelle für Einzelfälle. Wer die freie Wahl beim Passwort hat, nimmt Buchstaben, Ziffern und Bindestrich.

Rein hexadezimale Namen und Passwörter

Ein Sonderfall mit unangenehmer Fehlerwirkung: Besteht die SSID oder das Passwort ausschließlich aus Hexadezimalziffern — 1234, abcdef, C0FFEE — dürfen Lesegeräte den Wert als Hexadezimalfolge statt als Text interpretieren. Setzen Sie solche Werte in doppelte Anführungszeichen:

WIFI:T:WPA;S:"C0FFEE";P:"1234abcd";;

Betroffen sind vor allem Netze mit Namen wie 1234 und Router-Passwörter, die das Werk in reinem Hex vergibt.

Versteckte Netze

Sendet der Router die SSID nicht, reicht der Name allein nicht: Das Gerät findet kein passendes Netz und bricht ab. In diesem Fall gehört H:true in die Zeichenkette, damit die SSID aktiv abgefragt wird. Rechnen Sie trotzdem mit einer geringeren Erfolgsquote als bei sichtbaren Netzen — ein verstecktes Netz ist für einen Aushang die schlechtere Wahl, und ein Sicherheitsgewinn ist es ohnehin nicht.

iOS und Android verhalten sich unterschiedlich

Auf dem iPhone erkennt die Kamera-App den WIFI:-Präfix seit iOS 11 und blendet ein Banner „Netzwerk beitreten“ ein. Ein Fingertipp, fertig. iOS zeigt den kodierten Text dabei nicht an.

Auf Android hängt es am Weg. Seit Android 10 gibt es in den WLAN-Einstellungen eine eigene Funktion zum Teilen und Scannen — sie erzeugt und liest genau dieses Format. Zusätzlich erkennen die meisten Kamera-Apps über Google Lens einen WLAN-Code; je nach Hersteller muss die Funktion aber erst aktiviert werden.

Der praktische Unterschied für Sie: Manche Drittanbieter-Scanner zeigen die Zeichenkette nur als Text an, statt eine Verbindung anzubieten. Wenn ein Gast WIFI:T:WPA;S:... auf dem Display sieht, ist der Code richtig — die App ist es nicht. Ein Hinweis „mit der Kamera-App scannen“ neben dem Code erspart die Rückfrage.

Das Passwort steht im Klartext

Es gibt keine Verschlüsselung in diesem Format. Wer den Aushang abfotografiert, hat das Passwort dauerhaft, auch nach dem Besuch, und kann es beliebig weitergeben. Daraus folgen drei Regeln:

  1. Nur ein Gastnetz aushängen. Ein Netz, das vom internen Netz getrennt ist, keinen Zugriff auf Drucker, Kassensysteme oder Dateiablagen hat und idealerweise die Client-Isolation aktiviert hat.
  2. Passwort rotieren können. Wenn ein Wechsel bedeutet, dass fünfzig gedruckte Aufsteller wertlos werden, wird nie gewechselt. Planen Sie den Nachdruck von vornherein ein.
  3. Den internen Schlüssel nie in einen Code. Auch nicht „nur für die Kollegen“, denn genau dieser Zettel hängt zwei Wochen später im Flur.

Erzeugen Sie den Code deshalb in einem Werkzeug, das die Zeichenkette nicht an einen Server schickt.

Von Hand tippen müssen Sie sie dafür nicht mehr. Der Generator hat einen eigenen Inhaltstyp WLAN: Sie tragen SSID und Passwort in getrennte Felder ein, wählen die Verschlüsselung im Auswahlmenü — WPA/WPA2/WPA3, WEP oder „Kein Passwort (offen)“ — und setzen bei Bedarf das Häkchen für ein verstecktes Netz. Die Maskierung der fünf Sonderzeichen, das Weglassen von P bei einem offenen Netz und das doppelte Semikolon am Ende erledigt das Werkzeug, also genau die drei Stellen, an denen selbst gebaute Zeichenketten scheitern. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung samt fertigen Beispielen steht auf WLAN-QR-Code erstellen.

Der Weg über das reine Textfeld bleibt trotzdem offen, wenn Sie eine fertige Zeichenkette aus einer anderen Quelle haben — und dafür lohnt es sich, den Aufbau oben zu kennen, denn nur so erkennen Sie, ob sie stimmt. In beiden Fällen wird im Browser kodiert, das Passwort verlässt Ihr Gerät nicht. Was beim Scannen datenschutzrechtlich passiert und wann eine Auftragsverarbeitung ins Spiel kommt, behandelt der Ratgeber zu QR-Codes und DSGVO.

Was ein WLAN-Code nicht kann

Er trägt Zugangsdaten, mehr nicht. Alles, was danach kommt, liegt außerhalb des Formats:

  • Captive Portals. Läuft im Gastnetz eine Anmeldeseite mit Nutzungsbedingungen oder Voucher-Code, verbindet der Code das Gerät nur mit dem Netz. Die Anmeldung bleibt ein zweiter, manueller Schritt.
  • Zeitlich begrenzte Zugänge. Ein Code kann kein Ablaufdatum enthalten. Wer Tageszugänge vergeben will, braucht das im Router, nicht im Muster.
  • Individuelle Schlüssel pro Gast. Ein gedruckter Code ist für alle derselbe. Systeme mit personalisierten Zugangsdaten funktionieren damit nicht.
  • Bandbreite oder Priorisierung. Auch das steht im Netz, nicht im Code.

Für die meisten Cafés, Praxen und Ferienwohnungen ist das genau richtig: ein Gastnetz, ein Schlüssel, ein Aushang.

Fehlertabelle

SymptomUrsacheAbhilfe
„Falsches Passwort“, obwohl es stimmt; oder : im Passwort nicht maskiertBackslash davorsetzen
Netzwerk wird nicht gefundenverstecktes Netz ohne H:trueFeld ergänzen
Handy zeigt nur Text anScanner kennt das Format nichtKamera-App verwenden
Verbindung schlägt nur bei manchen Geräten fehlreines WPA3, T:WPA nicht akzeptiertNetz gemischt betreiben
Passwort wird verstümmeltrein hexadezimaler Wert ohne AnführungszeichenWert in " setzen
Gar keine Reaktionfehlendes ;; am Ende oder Tippfehler im PräfixZeichenkette prüfen

Drucken für die Wand

Ein WLAN-Code hängt selten auf einer Visitenkarte, sondern auf einem Aufsteller, einer Tischkarte oder einem Schild neben der Tür. Damit gilt die Entfernungsregel: etwa ein Zehntel der Leseentfernung als Kantenlänge. Für einen Tischaufsteller, den jemand aus 40 cm scannt, sind das rund 4 cm; für ein Schild an der Wand, vor dem man einen Meter entfernt steht, eher 10 cm.

Das Beispiel oben hat 33 Module pro Seite. Bei 4 cm Kantenlänge sind das gut 1,2 mm pro Modul, also weit über der Untergrenze von 0,4 mm im Digitaldruck — dieser Code ist selbst auf Recyclingpapier gutmütig. Die vollständige Rechnung für andere Größen und Materialien steht im Ratgeber zur Druckgröße.

Drei Dinge noch, die bei WLAN-Codes regelmäßig schiefgehen: Der Code klebt bündig in einem farbigen Rahmen, wodurch die Ruhezone von vier Modulen verschwindet. Er sitzt hinter Glanzfolie oder in einem glänzenden Aufsteller, der bei Deckenbeleuchtung das halbe Symbol überstrahlt. Oder er wird auf eine gewölbte Fläche geklebt — an eine Säule, eine Kaffeemaschine, einen Kühlschrankgriff — und die äußeren Module verziehen sich. Schreiben Sie den Netzwerknamen zusätzlich in Klartext daneben, dann kommt auch weiter, wessen Gerät den Code partout nicht lesen will. Wie derselbe Gedanke bei Kontaktdaten aussieht, zeigt der Ratgeber zum QR-Code auf der Visitenkarte.

Häufige Fragen

Welche Zeichen müssen im WLAN-QR-Code maskiert werden?
Fünf: der Backslash selbst, das Semikolon, das Komma, der Doppelpunkt und das doppelte Anführungszeichen. Vor jedes dieser Zeichen gehört im Netzwerknamen und im Passwort ein Backslash. Ohne Maskierung endet das Feld an genau dieser Stelle, und das Gerät versucht sich mit einem abgeschnittenen Passwort anzumelden.
Funktioniert ein WLAN-QR-Code auch für WPA3?
In der Regel ja, solange das Netz WPA2 und WPA3 gemischt betreibt: Dann trägt man T:WPA ein und das Gerät handelt die stärkere Variante selbst aus. Reine WPA3-Netze sind der Grenzfall, weil manche Geräte dafür den Typ SAE erwarten, den wiederum nicht jeder Scanner kennt. Vorher mit zwei Geräten testen.
Sieht jemand mein WLAN-Passwort im QR-Code?
Ja. Passwort und Netzwerkname stehen unverschlüsselt im Code, und jede beliebige Scanner-App zeigt den Text an, statt sich zu verbinden. Wer das Plakat abfotografiert, hat das Passwort dauerhaft. Deshalb gehört in einen ausgehängten Code ausschließlich ein Gastnetz, das vom internen Netz getrennt ist.
Warum verbindet sich mein Handy nicht mit einem versteckten Netz?
Weil das Feld H fehlt. Ohne H:true sucht das Gerät nach einem sichtbaren Netz mit diesem Namen, findet keines und bricht ab, ohne den Namen aktiv abzufragen. Bei versteckten Netzen muss H:true gesetzt sein — und selbst dann ist die Erfolgsquote geräteabhängig niedriger als bei sichtbaren Netzen.

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