Einsatz
Der QR-Code auf der Visitenkarte: vCard, MECARD oder Link
Warum vCard 3.0 beim Scannen zuverlässiger ist als 4.0, welche Felder wirklich nötig sind und ab wann der Code für eine Visitenkarte zu groß wird.
Auf Visitenkarten steht der QR-Code meistens da, weil er dazugehört — und funktioniert dann entweder nicht, weil er zu klein gedruckt wurde, oder er importiert einen Kontakt, in dem der Nachname im Vornamensfeld steht. Beides ist eine Frage des Formats.
vCard 3.0 gegen 4.0
Beide Versionen beschreiben denselben Datensatz, unterscheiden sich aber in der
Schreibweise einzelner Felder. In 4.0 wird die Telefonnummer als URI notiert
(TEL;VALUE=uri:tel:+4915112345678), Typangaben sind anders geregelt, und
CHARSET entfällt, weil UTF-8 vorgeschrieben ist.
Für einen QR-Code ist trotzdem 3.0 die richtige Wahl. Der Grund ist nicht technische Eleganz, sondern die Landschaft der Leser: Kamera-Apps, Scanner-Apps und die Kontakt-Importe der Betriebssysteme sind über zwei Jahrzehnte auf 3.0 gewachsen. 4.0 wird von einigen Lesern nur teilweise ausgewertet, und was dabei verloren geht, merken Sie nicht — der Kontakt wird ja angelegt, nur ohne Telefonnummer oder ohne Firma. Auf einer gedruckten Karte, die Sie nicht mehr ändern können, ist das ein schlechter Tausch.
Der minimale sinnvolle Feldsatz
| Feld | Inhalt | Anmerkung |
|---|---|---|
N | Nachname;Vorname;;; | strukturiert, Reihenfolge zählt |
FN | Anzeigename | wird in Kontaktlisten angezeigt |
ORG | Firma | optional zweite Ebene für Abteilung |
TITLE | Funktion | oft verzichtbar |
TEL | eine Nummer im Format +49… | international, ohne Leerzeichen |
EMAIL | Adresse | |
URL | Website | ohne www., mit https:// |
ADR | Anschrift | teuerstes Feld, siehe unten |
N ist strukturiert und wird durch Semikolons in fünf Teile geteilt: Nachname,
Vorname, weitere Namen, Präfix, Suffix. Wer hier Vor- und Nachnamen vertauscht,
erzeugt den Kontakt, der im Adressbuch unter dem falschen Buchstaben landet.
ADR hat sieben Teile: Postfach, Zusatz, Straße, Ort, Region, Postleitzahl,
Land — die leeren Positionen bleiben als Semikolons stehen.
Zeilenumbrüche und Maskierung
Jede Zeile endet mit CRLF, also einem Wagenrücklauf gefolgt von einem
Zeilenvorschub. Innerhalb eines Werts müssen Komma, Semikolon und Backslash mit
einem Backslash maskiert werden, ein Zeilenumbruch im Wert wird als \n
geschrieben. Auf das Falten langer Zeilen nach 75 Zeichen, das die Spezifikation
erlaubt, verzichten Sie besser: Einige Scanner setzen gefaltete Zeilen falsch
wieder zusammen. Umlaute kodieren Sie einfach als UTF-8; eine CHARSET-Angabe
braucht es dafür in der Praxis nicht.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Eine vollständige Karte, so wie sie typischerweise gewünscht wird:
BEGIN:VCARD
VERSION:3.0
N:Meier;Anna;;;
FN:Anna Meier
ORG:Nordlicht Design GmbH
TITLE:Art Direction
TEL;TYPE=CELL:+4915112345678
TEL;TYPE=WORK:+4940123456789
EMAIL:anna.meier@nordlicht-design.de
URL:https://nordlicht-design.de
ADR;TYPE=WORK:;;Hafenstraße 12;Hamburg;;20359;Deutschland
END:VCARD
Das sind 308 Byte: elf Zeilen, jede mit dem oben beschriebenen CRLF abgeschlossen — auch die letzte —, und das ß als zwei Byte in UTF-8. Wer die abschließende Zeilenschaltung wegfallen lässt, kommt auf 306; an der Version ändert das nichts. Im Byte-Modus mit Fehlerkorrektur M passt das erst in eine Version 13, also 69 Module pro Seite. Bei den 0,4 mm pro Modul, die im Offset- und Digitaldruck als Untergrenze gelten, ergibt das 2,8 cm Kantenlänge — allein für den Code, ohne die weiße Ruhezone ringsum. Auf einer Karte mit 85 × 55 mm ist das kein Detail mehr, sondern ein Gestaltungselement.
Streicht man Titel, zweite Nummer und Anschrift, bleiben 197 Byte, nach derselben Zählung. Das ist eine Version 10 mit 57 Modulen und damit 2,3 cm. Die Alternativen im direkten Vergleich:
| Inhalt | Byte | Version | Module | Minimum bei 0,4 mm |
|---|---|---|---|---|
| Vollständige vCard | 308 | 13 | 69 | 2,8 cm |
| Reduzierte vCard | 197 | 10 | 57 | 2,3 cm |
| MECARD | 135 | 8 | 49 | 2,0 cm |
| Link auf Kontaktseite | 32 | 3 | 29 | 1,2 cm |
Alle Werte gelten für Stufe M. Wer dieselbe vollständige vCard mit Stufe H kodiert, landet bei Version 18, also 89 Modulen und 3,6 cm — die Fehlerkorrektur ist auf einer sauber gedruckten Karte an dieser Stelle das teuerste Zugeständnis überhaupt. Warum höher hier nicht sicherer ist, rechnet der Ratgeber zur Fehlerkorrektur durch, und die Herleitung der 0,4 mm steht im Ratgeber zur Druckgröße.
MECARD als kompakte Alternative
MECARD stammt aus dem japanischen Mobilfunkmarkt und schreibt dieselben Informationen ohne Kopfzeilen und ohne Zeilenumbrüche:
MECARD:N:Meier,Anna;ORG:Nordlicht Design GmbH;TEL:+4915112345678;EMAIL:anna.meier@nordlicht-design.de;URL:https://nordlicht-design.de;;
Der Aufbau ähnelt dem WLAN-Format: Feldkennung, Doppelpunkt, Wert, Semikolon, und am Ende schließen zwei Semikolons die Zeichenkette ab. Der Nachname wird von Vornamen durch ein Komma getrennt, nicht durch ein Semikolon — der häufigste Fehler beim Umschreiben aus einer vCard. Maskiert wird wie dort mit Backslash. Wer beide Formate nebeneinander baut, erkennt die Verwandtschaft sofort; das Gegenstück für Netzwerkdaten beschreibt der Ratgeber zum WLAN-QR-Code.
Die Ersparnis ist real, die Unterstützung ist es nur teilweise. Android und Google Lens verarbeiten MECARD zuverlässig, auf iPhones zeigen manche Apps die Zeichenkette lediglich als Text an. Für ein internationales Publikum ist MECARD deshalb die riskantere Wahl, für eine Karte im lokalen Vertrieb eine legitime.
Die pragmatische Antwort: kodieren Sie einen Link
Rund 300 Zeichen sind die bequeme Obergrenze für eine Visitenkarte: Bis dahin bleibt der Code unter 3 cm und damit ein Gestaltungselement, mit dem sich leben lässt. Darüber kippt das Verhältnis, und jenseits von etwa 500 Zeichen verlangt das Symbol mehr Fläche, als eine Karte hergibt. Kodieren Sie dann statt der vCard eine kurze Adresse auf eine Kontaktseite:
https://nordlicht-design.de/anna
32 Zeichen, Version 3, 29 Module — ein Code, der bei 1,2 cm noch scannt und bei
den empfohlenen 2 cm regelrecht grob wirkt, also auch aus einem schrägen Winkel
und bei schlechtem Licht gelesen wird. Auf der Zielseite bieten Sie eine
.vcf-Datei zum Herunterladen an und haben damit drei Vorteile: Die Daten sind
änderbar, ohne dass die Karte neu gedruckt werden muss, es passen beliebig viele
Felder hinein, und Sie können ein Foto ergänzen, das in einem QR-Code niemals
Platz hätte.
Der Nachteil ist ebenso deutlich: Es braucht eine Internetverbindung, und der Kontakt entsteht in zwei Schritten statt in einem. Für Messen mit schlechtem Empfang bleibt die reduzierte vCard die bessere Wahl.
Was beim Scannen tatsächlich ankommt
Testen Sie nicht nur, ob der Code gelesen wird, sondern was danach im Adressbuch steht. Die Kamera-App auf dem iPhone erkennt eine vCard und bietet „Neuen Kontakt erstellen“ an; Android zeigt je nach Gerät eine Vorschau der Felder. In beiden Fällen sehen Sie vor dem Speichern, wie die Daten zugeordnet wurden — und genau dort fallen die typischen Fehler auf:
- Vor- und Nachname vertauscht, weil
Nin der falschen Reihenfolge steht. - Die Firma fehlt, weil
ORGhinter einem nicht maskierten Semikolon endet. - Die Telefonnummer wird nicht als anrufbar erkannt, weil sie mit
0statt mit+49beginnt und Leerzeichen oder Schrägstriche enthält. - Der Titel landet als Teil des Namens, weil
FNbereits die Funktion enthält.
Prüfen Sie das einmal auf einem iPhone und einmal auf einem Android-Gerät, bevor die Auflage in den Druck geht. Ein fehlerhaft importierter Kontakt fällt niemandem sofort auf und wird trotzdem jahrelang mitgeschleppt.
Platzierung auf der Karte
- Rückseite. Die Vorderseite gehört dem Namen. Auf der Rückseite hat der Code Platz und Ruhe, ohne dass das Layout ihn einengt.
- Mindestens 2 cm Kantenlänge, auch wenn der Inhalt kürzer ist. Eine Visitenkarte wird aus etwa 20 bis 25 cm gescannt, und die 10:1-Regel ist eine Untergrenze, kein Zielwert.
- Vier Module Ruhezone, ringsum weiß. Sie gehört zum Code, nicht zum Weißraum des Layouts.
- Fünf Millimeter Abstand zum Kartenrand. Der Beschnitt wandert um ein bis zwei Millimeter; ein Code, der bis an die Kante läuft, verliert im schlechtesten Fall Ruhezone und ein Suchmuster.
- Matt, nicht glänzend. Cellophanierte oder UV-lackierte Karten spiegeln unter Deckenbeleuchtung genau dort, wo gescannt wird.
- Dunkler Code auf hellem Grund. Eine schwarze Karte mit weißem Code sieht hervorragend aus und wird von einem Teil der Lesegeräte nicht gefunden.
- Nie über die Falz bei gefalzten Karten, und nicht auf eine geprägte oder strukturierte Fläche.
Testen Sie das Ergebnis am gedruckten Muster, nicht am Bildschirm, und mit zwei Geräten. Wenn dabei etwas nicht klappt, arbeiten Sie die Ursachen der Reihe nach ab — die Liste dafür steht in QR-Code scannt nicht.
Die vCard selbst zusammenbauen müssen Sie dafür nicht. Der Generator hat
einen Inhaltstyp Visitenkarte mit eigenen Feldern für Vorname, Nachname,
Firma, Position, Telefon, E-Mail, Website und Anschrift; die Semikolon-Struktur
von N und ADR, die Maskierung und die CRLF-Zeilenenden entstehen daraus
automatisch — also genau die drei Stellen, an denen handgeschriebene vCards
kippen. Wie das Feld für Feld aussieht und was jedes Feld an Modulen kostet,
zeigt Visitenkarten-QR-Code erstellen.
Eine fertige Zeichenkette — eigene vCard, MECARD oder Link — fügen Sie stattdessen einfach in das Textfeld ein. Kodiert wird in beiden Fällen im Browser, Ihre Kontaktdaten werden also nirgendwohin übertragen. Für den Druck laden Sie SVG herunter, damit die Module bei jeder Größe kantenscharf bleiben. Kurze Antworten zu Dateiformaten und Fehlerkorrektur sammelt außerdem die Fragenseite.
Häufige Fragen
vCard 3.0 oder 4.0 für einen QR-Code?
Wie viele Felder passen in einen vCard-QR-Code auf einer Visitenkarte?
Was ist der Unterschied zwischen MECARD und vCard?
Auf welche Seite der Visitenkarte gehört der QR-Code?
- vCard
- MECARD
- Visitenkarte
- Druck
- Kontaktdaten
Erstellen Sie den Code aus diesem Ratgeber
Der Generator läuft in Ihrem Browser — Logo einfügen, Farben wählen, Link mit UTM-Parametern versehen und als PNG oder SVG herunterladen. Ohne Konto, ohne Wasserzeichen.
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