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Einsatz

QR-Codes für Veranstaltungen: Einlass, Programm, Feedback und WLAN

Warum Ticket-Codes aus dem Ticketsystem kommen, wie Programm-, Feedback-, WLAN- und Sponsorencodes entstehen und wie groß Roll-up und Bühnenfolie sein müssen.

von Kyllian 8 Min. Lesezeit

Zwanzig Minuten vor Einlass steht der Grafiker mit der Frage vor Ihnen, ob er die Ticket-Codes „schnell aus dem Generator ziehen“ soll, weil das Ticketsystem die PDF-Karten noch nicht verschickt hat. Die Antwort ist Nein, und der Grund dafür erklärt zugleich, wofür ein QR-Code-Generator bei einer Veranstaltung tatsächlich gut ist: für alles, was jeder Gast gleich bekommt.

Sechs Aufgaben, zwei Arten von Code

Der Begriff „Veranstaltungs-QR-Code“ fasst Dinge zusammen, die außer der Symbologie nichts gemeinsam haben. Die entscheidende Trennlinie ist, ob der Code pro Person verschieden sein muss.

AufgabeInhaltPro Gast einmalig?Woher der Code kommt
EinlassKennung oder signiertes TokenjaTicketsystem
Programm und Lageplaneine AdresseneinGenerator
Feedback nach dem Vortrageine Adresse pro RaumneinGenerator
WLAN am StandWIFI:-ZeichenketteneinGenerator
Save-the-DateKalendereintrag (VEVENT)neinGenerator
Sponsorenlinkeine Adresse mit ZählungneinGenerator

Alles unterhalb der ersten Zeile ist ein statischer Code, den Sie einmal erzeugen, in beliebiger Auflösung exportieren und auf Poster, Roll-up, Folie oder Tischkarte drucken. Die erste Zeile funktioniert anders.

Warum der Ticket-Code nicht aus dem Generator kommt

Ein Generator macht aus dem Text, den Sie eintippen, ein Bild. Mehr nicht. Er kennt Ihre Gästeliste nicht, vergibt keine Nummern und prüft am Einlass nichts. Wenn Sie „Ticket 0042“ eingeben, bekommen Sie ein Symbol, das „Ticket 0042“ enthält, und jeder, der das sieht, kann sich „Ticket 0043“ selbst erzeugen.

Ein brauchbarer Einlasscode braucht drei Eigenschaften, die alle im Ticketsystem entstehen und nicht im Bild: Er ist pro Person einmalig, er ist nicht erratbar, und er ist am Einlass prüfbar, indem die Scan-App die Kennung gegen die Gästeliste hält oder eine Signatur verifiziert. Deshalb enthält ein gutes Ticket keine Namen, keine E-Mail-Adresse und keine fortlaufende Bestellnummer, sondern eine zufällige Kennung wie https://tix.example/t/9f2a7c14b8e3 – bei Fehlerkorrektur M eine Version 3 mit 29 Modulen, also klein genug für ein Armband.

Der Vergleich zur Bahn hilft. Deutsche Bahntickets tragen einen Aztec-Code, und der Generator dieser Seite erzeugt ein einwandfreies Aztec-Symbol – trotzdem ist das keine gültige Fahrkarte, weil der signierte Datensatz des Verkehrsunternehmens fehlt. Für Ihre Einlasskarten gilt dasselbe Prinzip: Die Kennung stammt aus dem Ticketsystem, nicht aus dem Generator.

Zwei organisatorische Punkte entscheiden am Einlass trotzdem über die Schlange: Die Scan-App muss ohne Netz funktionieren, weil das Hallen-WLAN einbricht, sobald dreihundert Gäste gleichzeitig ankommen, und ein Doppelscan sollte dem Personal Uhrzeit und Eingang des ersten Scans anzeigen statt stillschweigend abzulehnen. Eine Familie mit einem gemeinsamen Handy und ein kopiertes Ticket sehen für die Software gleich aus, für einen Menschen am Einlass nicht.

Programm und Lageplan statt Heft

Das gedruckte Programmheft ist am Tag des Drucks veraltet: Ein Vortrag fällt aus, ein Raum wechselt, ein Sponsor kommt nachträglich dazu. Ein einzelner Code auf Roll-up und Namensschild, der auf eine mobile Programmseite führt, löst das Problem – wenn die Adresse kurz ist und die Seite kein PDF.

https://forum-nord.example/programm ergibt bei Stufe M eine Version 3 mit 29 Modulen. Dieselbe Adresse mit utm_source und utm_medium angehängt hat 67 Zeichen und springt auf Version 5 mit 37 Modulen. Auf einem Roll-up spielt das keine Rolle, auf dem Namensschild schon: 37 statt 29 Module auf derselben Fläche bedeuten ein um gut ein Fünftel kleineres Modul.

Der Code ist statisch, die Adresse steht wörtlich im Muster. Das ist kein Nachteil, solange der Inhalt der Seite änderbar bleibt und die Adresse selbst nicht. Ein kurzer Pfad auf Ihrer eigenen Domain, den Sie beliebig oft neu befüllen oder weiterleiten können, leistet für eine Veranstaltung fast alles, was ein bezahlter dynamischer Code verspricht; wann sich der Aufpreis trotzdem lohnt, steht in der Gegenüberstellung. Wichtig ist nur, dass die Seite ohne Anmeldung, ohne Cookie-Banner-Marathon und ohne mehrere Megabyte lädt, denn sie wird über ein überlastetes Gastnetz oder eine schwache Mobilfunkzelle im Kellergeschoss geöffnet.

Feedback in der letzten Vortragsminute

Die Rücklaufquote einer Umfrage hängt fast ausschließlich davon ab, wann sie gestellt wird. Eine E-Mail am Folgetag beantworten wenige; einen Code auf der letzten Folie, während die Zuhörer noch sitzen und der Referent sich bedankt, scannen erheblich mehr.

Legen Sie pro Raum oder pro Programmpunkt eine eigene kurze Adresse an, etwa https://forum-nord.example/f/raum2 (Version 3, 29 Module), und leiten Sie sie auf die Umfrage mit vorausgefüllter Session weiter. So braucht niemand ein Auswahlfeld, und Sie wissen trotzdem, welcher Vortrag bewertet wurde. Die Umfrage selbst bleibt anonym: keine Pflichtfelder für Name oder E-Mail, keine Verknüpfung mit der Ticketnummer, kein Tracking-Skript. Sobald Sie Kontaktdaten erheben oder ein Umfragetool die Antworten speichert, greifen die Regeln, die in der Übersicht zu QR-Codes und DSGVO beschrieben sind – Datenschutzhinweis auf der Seite, Rechtsgrundlage, Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter.

Dieselbe Adresse gehört auf ein Tischkärtchen am Ausgang des Raums, denn die Folie ist nach dreißig Sekunden weg und der Aufsteller nicht.

WLAN am Stand und im Foyer

Der WLAN-Code ist der einfachste und der, über den am meisten gegrübelt wird. Er enthält Netzname, Verschlüsselung und Passwort im Klartext; wer ihn scannt oder fotografiert, kennt das Passwort. Das ist gewollt, denn Sie hätten es sonst auf eine Karte gedruckt.

Daraus folgen drei Regeln: Nur das Gastnetz in den Code, niemals das Netz, an dem Kassen, Technik oder das Einlasssystem hängen. Das Passwort nach der Veranstaltung wechseln, weil der Code auf hundert Handys fotografiert wurde. Und die Zeichenkette nicht von Hand schreiben – ein Semikolon oder ein Backslash im Passwort muss maskiert werden, und der WLAN-Generator erledigt das, ohne dass Sie das Format kennen müssen. WIFI:T:WPA;S:ForumNord-Gast;P:Herbst2026!;; ergibt eine Version 3 mit 29 Modulen, also dieselbe Größe wie der Programmcode daneben.

Auf der Rückseite des Referentenschilds oder an der Standwand ist eine Visitenkarte als QR-Code der zweite Code, der sich außerhalb des Einlasses wirklich lohnt: Ein Scan legt den Kontakt an, ohne Formular und Kartenstapel.

Save-the-Date als Kalendereintrag

Für die gedruckte Einladung zur nächsten Ausgabe ist der Kalender-Inhaltstyp des Generators die richtige Wahl: Der Scan legt den Termin direkt in der Kalender-App an, ohne Webseite, ohne Empfang. Er kostet allerdings Fläche. Der Eintrag mit Ort, mit CRLF-Zeilenumbrüchen wie aus dem Generator:

BEGIN:VEVENT
SUMMARY:Forum Nord 2027
LOCATION:Messe Hamburg\, Halle B4
DTSTART:20270916T090000
DTEND:20270916T170000
END:VEVENT
InhaltZeichenVersionModule
Titel, Beginn, Ende (ohne die Zeile LOCATION)99641
zusätzlich Ort134849
stattdessen https://forum-nord.example/202731329

Mit Ort sind es 49 Module, für den Link zur Terminseite 29. Auf einer A6-Karte aus 30 cm Leseabstand heißt das: eher vier als drei Zentimeter für den Kalendercode – und Verzicht darauf, wenn der Termin noch wackelt, denn ein gedrucktes Datum lässt sich nicht korrigieren, eine Seite schon.

Der Sponsor möchte wissen, wie viele Gäste seinen Code am Stand gescannt haben, klassisch über eine Adresse mit UTM-Parametern. Die vollständige Variante https://sponsor.example/?utm_source=forum-nord&utm_medium=qr&utm_campaign=messe2026 hat 83 Zeichen und ergibt Version 5 mit 37 Modulen. Die bessere Lösung ist ein kurzer Pfad auf Ihrer Domain, https://forum-nord.example/s/aurel mit Version 3 und 29 Modulen, der serverseitig auf die Sponsorenseite mit den Parametern weiterleitet. Der Code bleibt klein, Sie sehen die Aufrufe im eigenen Serverprotokoll, der Sponsor bekommt seine UTM-Werte trotzdem, und wenn er seine Zielseite in der Woche vor der Veranstaltung umzieht, ändern Sie die Weiterleitung statt des Drucks. Was an Zählung datenschutzrechtlich unproblematisch ist und was nicht, steht ebenfalls in der DSGVO-Übersicht.

Größe für Poster, Roll-up und Bühne

Die Regel aus der Anleitung zur Druckgröße gilt unverändert: Kantenlänge gleich Leseabstand geteilt durch zehn. Was eine Veranstaltung besonders macht, ist die Spanne der Abstände.

PlatzierungLeseabstandMindestkantenlänge
Namensschild, Armband20 cm2 cm
Tischkarte, Einladung30 cm3 cm
Roll-up im Foyer1,5–2 m15–20 cm
Wegweiser im Gang2–3 m20–30 cm
Bühnenfolie, letzte Reihe10–15 m1–1,5 m

Auf der Bühne scheitern Codes selten an der Größe und meist am Kontrast. Ein Beamer in einem nicht abgedunkelten Saal liefert kein Schwarz, sondern ein Dunkelgrau, und ein Code auf der dunklen Firmenfolie ist ein invertierter Code, den nicht jede Kamera-App liest. Setzen Sie den Code dunkel auf ein rein weißes Feld mit großzügiger Ruhezone, geben Sie ihm mindestens ein Zehntel der Distanz zur letzten Reihe, und schreiben Sie die kurze Adresse in Klartext darunter. Auf Roll-ups gehört der Code als Faustregel in Augenhöhe zwischen 120 und 160 cm; im unteren Drittel verschwindet er hinter Taschen und Beinen, und unter einem Deckenstrahler wirft glänzendes Bannermaterial einen hellen Streifen quer durchs Symbol.

Der Rundgang am Vortag

Gehen Sie mit zwei Handys durch die Räume, in der Beleuchtung, die am Tag brennt: jedes Roll-up aus dem Abstand, in dem Gäste wirklich stehen, jede Bühnenfolie von der letzten Reihe, die Tischkarte schräg von der Seite. Prüfen Sie jede Zieladresse mit ausgeschaltetem WLAN über Mobilfunk. Kontrollieren Sie das Gastnetz mit dem gedruckten WLAN-Code, nicht mit dem Passwort aus dem Kopf. Und legen Sie fest, wer am Veranstaltungstag die Programmseite ändern darf, denn genau dafür haben Sie den Code statt des Hefts gedruckt. Die Codes für Programm, Umfrage, WLAN, Termin und Sponsoren erzeugen Sie im Generator als SVG, damit die Druckerei sie ohne Qualitätsverlust auf jedes Format skalieren kann – die Eintrittskarten nur aus der Kennungsliste des Ticketsystems, über den Massengenerator.

Häufige Fragen

Kann ich die Eintrittskarten für meine Veranstaltung mit einem QR-Code-Generator erstellen?
Nicht als Quelle der Kennungen. Ein Generator erzeugt ein Bild aus dem Text, den Sie eingeben, und weiß nichts über Ihre Gästeliste; einmalig, nicht erratbar und am Einlass prüfbar wird eine Karte erst durch das Ticketsystem, das die Kennungen vergibt und beim Scan gegenprüft. Liefert Ihr Ticketsystem die Kennungen als Liste, erzeugt der Massengenerator dieser Seite daraus die Bilder. Für alles, was jeder Gast gleich bekommt (Programm, WLAN, Umfrage, Sponsoren), ist der Generator das richtige Werkzeug.
Wie groß muss der QR-Code auf einem Roll-up sein?
Rechnen Sie mit dem realen Abstand, aus dem Gäste ihn scannen, und teilen Sie ihn durch zehn. Ein Roll-up im Foyer wird selten aus weniger als eineinhalb Metern gelesen, also mindestens 15 cm Kantenlänge, eher 20 cm, wenn davor ein Stehtisch oder eine Absperrung steht. Stellen Sie den Code als Faustregel in Augenhöhe zwischen 120 und 160 cm und nie in den unteren Rand, wo ihn Taschen und Beine verdecken.
Warum wird der QR-Code auf der Bühnenfolie nicht gescannt?
Meistens wegen Kontrast, Zeit oder Größe. Ein Beamer in einem hellen Saal liefert kein sattes Schwarz, eine dunkle Foliengestaltung kehrt den Code um, und die Folie ist oft nach zehn Sekunden weg, bevor die Hälfte des Publikums das Handy gezogen hat. Setzen Sie den Code dunkel auf ein weißes Feld, mindestens ein Zehntel der Distanz zur letzten Reihe groß, und lassen Sie die Folie mindestens eine halbe Minute stehen.
Darf ich eine Feedback-Umfrage per QR-Code ohne Einwilligung abfragen?
Eine anonyme Umfrage ohne Personenbezug braucht keine Einwilligung, und genau das sollte die Voreinstellung sein: keine Pflichtfelder für Name oder E-Mail, kein Tracking-Skript auf der Umfrageseite, keine Verknüpfung mit der Ticketnummer. Sobald Sie Kontaktdaten erheben oder ein Umfragetool die Antworten für Sie speichert, gelten die üblichen Regeln: Rechtsgrundlage, Datenschutzhinweis auf der Seite und ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter.
Lohnt sich ein Kalender-QR-Code für die Save-the-Date-Karte?
Ja, wenn der Termin feststeht und die Karte groß genug ist. Der Kalendereintrag landet ohne Umweg über eine Webseite direkt in der Kalender-App und funktioniert auch ohne Empfang. Der Preis ist die Größe: Ein Eintrag mit Titel, Ort und Zeiten braucht deutlich mehr Module als ein kurzer Link, also planen Sie auf einer A6-Karte eher vier als drei Zentimeter Kantenlänge ein. Ändert sich der Termin womöglich noch, ist ein Link auf eine Seite mit dem aktuellen Datum die sicherere Wahl.

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